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Café Einstein: Neuer Versuch mit
neuem Team
In dem Café mit den häufigen Pächterwechseln hofft
ein neues Team, das Erfolgsrezept zu kennen.

Die neue Mannschaft im Einstein
(von links): Thomas Mülhöfer, Martin Wolfstädter
(Inhaber), Ronny Berger (Koch) und Sigune Reese (Betriebsleiterin).
Foto: Ingo Schneider
.
Nachdem in den vergangenen Jahren mehrere Pächter des "Café
Einstein" im Stadtteil Stühlinger gescheitert sind,
hat jetzt Martin Wolfstädter den Betrieb übernommen. Der
Gastronom ist optimistisch, dass es ihm anders ergehen wird als
seinen Vorgängern. Die ersten Wochen seit der Eröffnung
seien sehr gut angelaufen, berichtet er und auch von Problemen
mit Nachbarn oder Behörden, die es immer wieder gegeben hatte,
könne er bislang nicht berichten.
Martin Wolfstädter ist in der Branche bekannt. Er betreibt
in Freiburg bereits drei Gastronomiebetriebe: die Studentenkneipe
"Schachtel" in der Innenstadt, den "Schützen"
im Stadtteil Wiehre und das "Gasthaus Höge" am Hochdorfer
Sportplatz. Mit dem "Einstein" in der Klarastraße
29, hat der Gastronom nun einen Laden übernommen, der eine
bewegte Geschichte hinter sich hat. Ursprünglich war das Lokal
als Tagescafé vorgesehen und durfte deshalb laut Bebauungsplan
von 1985 nur bis 20 Uhr öffnen. Doch dafür fand sich irgend-wann
kein Pächter mehr, ab 1995 stand das einstige Kultcafé
acht Jahre lang leer.
2003 entschied der Gemeinderat, Öffnungszeiten bis 24 Uhr
zu genehmigen, woraufhin die Caspa Gastronomiebetriebs GmbH das
Café wieder eröffnete. Gegen den entsprechend geänderten
Bebauungsplan klagte ein Anwohner. Das Verfahren endete zwar mit
einem Vergleich, doch auch danach rissen die Probleme nicht ab:
Wegen Lärmbelästigung gab es weiter Beschwerden. Und Anfang
2008 kam das "Einstein", das inzwischen Farhatyar Taimani
Masoud betrieb, erneut vor Gericht, weil die Verwaltung vergessen
hatte, den Biergarten im Innenhof in den Bebauungsplan aufzunehmen.
Das wurde nachgeholt, trotzdem gab es Anfang 2009 einen erneuten
Pächterwechsel. Nun versuchten es Alexander Hanusch und Rita
Macedo mit einem Bar-Konzept, bis auch diese beiden im Sommer 2011
aufgaben und die hohe Pacht als Grund nannten.
Nach dem Umbau präsentiert sich die Gaststätte mit Retro-Akzenten
Von all dem hat sich Martin Wolfstädter nicht abschrecken
lassen. Denn seiner Meinung nach hat das "Einstein" jede
Menge Potential. Auch die Pachthöhe, die seine Vorgänger
als zu hoch eingestuft hatten, findet er "angemessen".
Moniert hatten die bisherigen Pächter zudem immer die Tatsache,
dass der Biergarten laut Auflagen nur bis 22 Uhr geöffnet sein
darf. Damit sei es unmöglich, das Lokal wirtschaftlich zu betreiben.
Wolfstädter glaubt jedoch, dass es daran nicht scheitern wird.
"Wenn der Rest des Konzepts stimmt, kann man das verschmerzen",
sagt er. Schließlich sei das Lokal selbst vielfältig
nutzbar: Morgens zum Frühstücken und am Sonntag auch zum
Brunchen, in der Mittagszeit für einen kleinen Imbiss, nachmittags
für Kaffeegäste und am Abend zum Essen und zum geselligen
Beisammen-sein. Dazu passend hat Wolfstädter die Einrichtung
ausgesucht: Es gibt Bereiche, die sich zum Essen eignen, während
halbhohe Tische mit Hockern eher die Bargäste ansprechen sollen.
Sechs Wochen lang wurde das Lokal umgebaut, Wolfstädter hat
Sandstein-mauern einziehen lassen und dem "Einstein" einen
Retro-Schick verpasst.
Auf der Speisekarte stünden vor allem Gerichte aus regionalen
Produkten,
"zu moderaten Preisen", wie er betont. Auch bei den Getränken
sei ihm die Herkunft wichtig, sagt der Gastronom. So stamme etwa
der Kaffee aus biologischem Anbau und sei fair gehandelt. Da sich
Wolfstädter wegen seiner anderen drei Betriebe nicht um alles
kümmern kann, hat er für das "Einstein" zwei
Betriebsleiter eingestellt: Sigune Reese und Alexander Hessler werden
das Lokal federführend betreiben.
Quelle: BZ, Autor: Jelka Louisa Beule
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