Aktuelles

April 2011
 
 
01.04.11

Vorsicht Aprilscherze!

Als Aprilscherz bezeichnet man den Brauch, am 1. April seine Mitmenschen durch erfundene oder verfälschte Geschichten hereinzulegen. Aprilscherze
sind in den meisten westeuropäischen Ländern üblich, verbürgt sind sie
bereits seit dem 16. Jahrhundert.

Erstmals überliefert ist die Redensart "in den April schicken“ in Deutschland 1618 in Bayern. Mit den europäischen Auswanderern gelangte diese Tradition auch nach Nordamerika. Auch bei Zeitungen, Zeitschriften, Radio- und Fernsehsendern ist es üblich, die Leser bzw. Hörer durch glaubhaft klingende, erfundene Artikel, in denen aber zumeist übertriebene Details den aufmerksamen Lesern Hinweise auf den fehlenden Wahrheitsgehalt liefern,
„in den April zu schicken“.
   
 
02.04.11
Bauernfrühstück und Bouleturnier auf dem Stühlinger Kirchplatz

Am Samstag, 2. April, findet von 12 bis 14 Uhr auf dem Stühlinger Kirchplatz zum zweiten Mal das „Bauernfrühstück“ statt. Dazu laden der Bürgerverein,
der Kirchengemeinderat der Herz-Jesu-Gemeinde, der Bauernmarkt und KontaktNetz StadtteilMobil herzlich ein.

Das Ferdinand-Weiß-Haus stellt wieder seine Küche zur Verfügung, der Kirchengemeinderat steuert Kaffee und Kuchen bei, der Bürgerverein spendiert Säfte und Beschicker des Bauernmarktes liefern Zutaten für Salate. Der Ape-Kaffee-Stand gibt Kaffee-Gutscheine aus, und ein Anwohner wird vor Ort Drehorgel spielen.

Dieses Frühstück ist der ideale Anlass, den neuen Bouleplatz an der Ecke Wentzinger-/Engelbergerstraße ab 13 Uhr mit einem Bouleturnier feierlich zu eröffnen. Vergangene Woche hatten KontaktNetz, Garten- und Tiefbauamt (GuT) und engagierte Platznutzer den Bouleplatz gemeinsam eingefasst. Nachdem der Runde Tisch im Stühlinger diese Idee der Straßensozialarbeit befürwortet hatte, stellte das GuT Material und Know-how bereit.

Eingeladen zum späten Frühstück sind alle Nutzerinnen und Nutzer des Stühlinger Kirchplatzes.

Anmeldungen für das Bouleturnier bitte bis zum 1. April bei KontaktNetz,
Tel. 201 - 3738.
 

03.04.11 8. Freiburg-Marathon

Veranstalter erwartet rund 10.000 Läuferinnen und Läufer sowie über 50.000 Schaulustige.

Am heutigen Sonntag, den 3. April, findet zum achten Mal der Freiburg-Marathon statt. Die Veranstalter rechnen wieder mit rund 10.000 Starterinnen und Startern und über 50.000 Schaulustigen entlang der Strecke. Startschuss für die Marathonis ist diesmal um 11.10 Uhr an der Messe. Wichtig für die Zuschauer: Halbmarathon und der Lauf über die volle Distanz starten zum selben Zeitpunkt.

Wie immer legt das Lauf-Großereignis gleichzeitig die halbe Stadt lahm, weil die Straßen entlang der Strecke gesperrt sind und andere schlecht zu erreichen. Die wichtigsten Details zu den Verkehrsbeeinträchtigungen listen
wir im folgenden auf.

Die Freiburg Verkehrs AG (VAG) wendet wie jedes Jahr ihre bewährte „Rosenmontags-Lösung“ an: Alle Linien enden zwischen 11.15 und 15.45 Uhr am Rande der Altstadt und pendeln von dort zur jeweiligen Endhaltestelle zurück. Ausnahmen bilden die ­Linien 3, deren Fahrten von und zur Munzinger Straße teils komplett entfallen, sowie der Nordast der Linie 5: Die pendelt zwischen Zähringen und der Eichstetter Straße. Betroffen sind auch die Omnibus­linien 10, 11, 14, 15 und 27, die zeitweise ebenfalls nicht in die Innenstadt fahren können.

Für die Läuferinnen und Läufer besteht am Tag des Marathons Freifahrt auf allen Verkehrsmitteln des Regio-Verkehrsverbunds Freiburg. Es gilt die bewährte Regelung: Startnummer = Fahrausweis. Die Breisgau-S-Bahn (BSB) fährt in der Zeit von 8.30 bis 11 Uhr und von 13.30 bis 17.45 Uhr im 15- oder 20-Minuten-Takt mit Sonderzügen zwischen Hauptbahnhof und Messe Freiburg.

Auch für den Individualverkehr sind Sperrungen und Umleitungen an diesem Tag unvermeidlich. Deshalb rät die Stadt allen Autofahrern, an diesem Tag die Innenstadt zu meiden. Wer dennoch mit dem Auto fahren muss, kann der beigefügten Karte alle Sperrungen, Umfahrungen und Querungsmöglichkeiten (Wartezeiten möglich) entnehmen. Die Sperrungen beginnen größtenteils am Sonntag gegen 10 Uhr und enden zwischen 15.30 und 17 Uhr je nach Verlauf des Rennens. Während die meisten Straßen mit Einschränkungen erreichbar bleiben, sind lediglich die Georges-Köhler-Allee, der Hirtenweg, die Britzinger Straße, die Bohlstraße, die Uferstraße, die Egertenstraße, der Marienmatten-weg, der Erlenweg und die westliche Erbprinzenstraße für diesen Zeitraum nur zu Fuß oder mit dem Rad zugänglich.

Auf allen gesperrten Straßen sowie einigen angrenzenden Straßen gilt an diesem Tag auch ein Parkverbot, das durch Verbotskennzeichen geregelt ist.

Weitere Informationen unter:
http://www.marathon-freiburg.com/anwohnerinformation/
 

04.04.11

Zum Wochenstart

Magnolien

Das Licht überküsste
einen unscheinbaren Baum
und tropfte aus Elfenbeinwachs
einen Traum,
der über Nacht so einzig ersteht
und Farbschauerblüten zum Himmel erhebt.

Diese Zartheit zu schauen,
legt Zurückhaltung auf.
Denn nur im Verweilen blühen Kelche dir auf,
um die eine ganz besondre Sanftheit schwebt,
und die sich dann still in dein Innerstes legt.

© Renate Tank


Foto: Felix Andris - Stühlinger Online
 

07.04.11

Das Theaterhighlight im Frühjahr !

Theater der Immoralisten zeigt:

"BUNBURY oder ERNST SEIN IST ALLES"
Eine triviale Komödie für ernsthafte Leute von OSCAR WILDE

"BUNBURY oder ERNST SEIN IST ALLES"

Die beiden Dandys Jack und Algernon führen ein Doppelleben: Um den Fängen ihrer rigiden Verwandtschaft zu entkommen, besucht der eine angeblich des öfteren seinen kranken Freund „Bunbury“ auf dem Land, der andere seinen verdorbenen Bruder „Ernst“ in der Stadt. Verzwickt wird es, als Jacks Liebste Gwendolen beschließt, eben jenen fiktiven Bruder zu heiraten und Algernon als Ernst verkleidet auf Jacks Landsitz auftaucht, um dessen Mündel Cecily zu verführen.

Seit dem Aufführungsverbot unserer „Bombshells“ wissen wir: Das Spiel
mit Geschlechterrollen ist pures Dynamit! Wir entzünden es und zeigen
mit Oscar Wildes bester und witzigster Komödie ein rotzfreches Feuerwerk funkensprühender Dialoge, die durch unsere komplette Männerbesetzung
noch etwas mehr in der Hose haben als gewöhnlich ...

Premiere: 7. April 2011 um 20 Uhr

Weitere Termine:
8./9./14./15./16./17. (17 Uhr) /28./29./30. APRIL
5./6./7./8. (17 Uhr)/12./13./14./19./20./21. MAI
9./10./11./23./24./25. JUNI

jeweils 20 Uhr

Karten unter www.immoralisten.de, BZ-Ticket und Buchhandlung Schwanhäuser

THEATER DER IMMORALISTEN
Ferdinand-Weiß-Straße 9 - 11 / 79106 Freiburg www.immoralisten.de
 

09.04.11

Hätten Sie's gewusst?

Seit wann gibt es die Olympischen Spiele?

1.500 Jahre nach den antiken Olympischen Spielen fanden vor 115 Jahren
die 1. Spiele der Neuzeit statt. Initiator der Wettkämpfe war der französische Pädagoge Baron de Coubertin. Die deutschen Ausgrabungen des antiken Olympia 1875-1881 hatten ihn dazu angeregt, seine Ideale - Völkerverständi-gung und die Erziehung junger Männer durch Sport - in neuen Olympischen Spielen zu realisieren. 1894 berief Coubertin zunächst unter dem unverfänglichen Motto "Leibeserziehung" einen Kongress ein.

Dort konnte er die Teilnehmer von seinem Vorhaben überzeugen - die Olympische Bewegung der Neuzeit war in Gange. Coubertin wollte mit den Spielen 1900 zur Weltausstellung in Paris starten, aber in aller Euphorie hatte der Kongress Griechenland 1896 vor Augen. Das Land war jedoch fast bankrott. Erst mit der Einbindung des Kronprinzen Konstantin und der Idee,
als Einnahmequelle einen Sonderbriefmarken-Satz mit Sportmotiven aufzulegen, rückte das Ziel näher. Am 6. April war es dann soweit:
262 Sportler aus 13 Nationen gingen 10 Tage lang in den Wettkampf.

Übrigens: Der 1. Sieger einer Disziplin erhielt 1896 in Athen eine Silbermedaille und einen Olivenzweig, der 2. eine Bronzemedaille. Der 3. ging aus Gründen der Sparsamkeit leer aus. Die Goldmedaille gab es erstmals 1904. Auch Frauen waren 1896 nicht erwünscht - 2 liefen inoffiziell den Marathon mit.
1900 nahmen 17 Frauen an Wettkämpfen teil, jedoch ohne Zustimmung des IOC. Die Spiele waren ursprünglich für Amateure gedacht, lediglich beim Fechten waren Profis zugelassen.

Die Olympischen Sommerspiele 2012 (offiziell Spiele der XXX. Olympiade genannt) sollen vom 27. Juli bis 12. August 2012 in London stattfinden. London ist damit die erste Stadt, die zum dritten Mal Gastgeber sein wird; bereits 1908 und 1948 waren hier die Olympischen Sommerspiele ausgetragen worden.
 

11.04.11

Zum Wochenstart

"Humor ist der Knopf der verhindert,
dass uns der Kragen platzt."

Joachim Ringelnatz
 

13.04.11

Bouleturnier Rückblick

Am 22. März wurde, nach Absprache mit dem "Runden Tisch Stühlinger Kirchplatz" und in Kooperation mit dem Garten- und Tiefbauamt und den NutzerInnen des Platzes, an der Ecke Wentzingerstraße/Engelbergerstraße, eine Einfassung für eine Boulebahn gebaut.

Zur Eröffnung dieser neuen Bahn veranstaltete KontaktNetz StadtteilMobil am Samstag, den 2. April ein Boule-Turnier, zu welchem alle interessierten BürgerInnen eingeladen waren. Das Turnier erfreute sich so großen Zuspruchs, dass der Maximalturniermodus mit 12 Teams a zwei Personen gespielt werden konnte. Das Teilnehmerfeld setzte sich aus unterschiedlichen Gruppen zusammen. Gekommen waren BürgerInnen des Stühlinger und NutzerInnen des Platzes, zudem meldeten sich auch die zwei Teams Wilmes und Böcherer/Scholz an, die nicht im Stadtteil wohnen und von dem Boule-Turnier aus der Zeitung erfahren hatten.


Foto: Felix Andris - Stühlinger Online

Bei frühsommerlichen Temperaturen war Turnierbeginn um 13:00 Uhr. Gespielt wurde auf drei Bahnen, im K.O.-System. Nach einer kurzen Eröffnungsrede begann das sportliche Messen. Während in der ersten Runde viele Spiele eindeutig ausfielen, waren die Spiele der zweiten Runde enger und die Siege umkämpfter. Die drei Gewinner der zweiten Runde qualifizierten sich für die finalen Gruppenspiele. Aus diesen Vergleichen ging das Team Böcherer/Scholz als Sieger hervor, sie gewannen verdient vor den Teams Wilmes und Regjer/Müller. Als Preis erhielten sie zwei Stehplatzkarten für das Bundesligaspiel SC Freiburg- Hannover 96. Das Team Wilmes als zweitplatziertes gewann zwei Kinogutscheine, während sich das Team Regjer/Müller über den Gewinn eines Imbissmenüs freuen konnte. Alle TeilnehmerInnen der Finalrunde lobten die neue Boulebahn und vor allem den hervorragenden Zustand des Platzes. Insgesamt wurde die Veranstaltung gut angenommen, es herrschte eine ausgelassen und sportlich faire Stimmung zwischen allen Beteiligten. Positiv zu erwähnen ist, dass Gruppen miteinander in Kontakt kamen und zusammen wetteiferten, die im alltäglichen Leben wenig Berührungspunkte haben.

Am selben Tag veranstaltete KontaktNetz StadtteilMobil unten auf dem Platz zum zweiten Mal das schon 2009 bewährte Bauernfrühstück. Die diversen Marktbeschicker steuerten äußerst großzügig Salatzutaten, Brot, Käse, Eier und Wurst bei. Mit zwei Vertretern vom Platz waren diese am Tag zuvor im Ferdinand-Weiß-Haus liebevoll hergestellt worden. Eine Kirchenälteste hatte Kuchen gebacken und stellte über das Gemeindezentrum Biergarnituren und einen Warmhaltetopf für Wienerle zur Verfügung. Der Bürgerverein war diesmal personell leider nicht anwesend; finanzierte jedoch die nötigen Ausgaben.
Die aufgestellten Bierbänke waren sehr schnell besetzt und dank der vielen fleißigen Helfer, zu denen außer den üblichen Platznutzern und -Nutzerinnen vorübergehend auch die neue Landtagsabgeordnete Gabi Rolland gehörte, wurde das Ganze eine gelungene Sache. Wir danken allen engagierten Teilnehmenden und hoffen, dass auch im nächsten Jahr die Sonne wieder so prächtig scheint !

Text: Angelika Sesuan und Bastian Lehel , KontaktNetz StadtteilMobil
 

15.04.11 Geburtstag von Wilhelm Busch

" Eins, zwei, drei, im Sauseschritt, eilt die Zeit, wir eilen mit. "

junger Wilhelm Busch

Heute vor 179 Jahren, am 15. April 1832, wurde Wilhelm Busch in Wiedensahl
bei Hannover geboren, der u.a. obiges Zitat prägte.

Er gilt als Klassiker des deutschen Humores und damit auch des deutschen Ernstes. Mit stilsicherer Treffsicherheit gab es wohl nur wenig Ebenbürger in der deutschen Sprache.

Allen Besuchern des Stühlinger Online wünschen wir ein schönes Wochenende und Eile mit Weile.
 

17.04.11

Innehalten

Im blauem Regen
duftend gar wundervoll

Tropfen gleich
verweilen will ich

Innehalten

Dem Wunder
leise danken

In Demut und Freude
den Zauber erleben.

© Felix Andris

Glyzinien am Alten Wiehre Bahnhof
Foto: Felix Andris - Stühlinger Online
  

21.04.11

Frohe Oschtere (neuhochdeutsch auch Ostern)

Ostern ist das älteste Fest des Christentums. Gott ließ seinen gekreuzigten Sohn auferstehen und nährte dadurch die Hoffnung auf Gottes Treue und darauf, dass jedem Christen zeitliches und ewiges Leben geschenkt wird.
Seit dem Jahr 325 ist das Osterfest datiert auf den 1. Sonntag nach dem Frühlingsvollmond.

Neben seiner christlichen Bedeutung ist Ostern heute auch ein Fest, an dem sich Kinder sehr erfreuen. Wer hat als Kind nicht gern Ostereier gesucht, die der Osterhase versteckt hatte?

Übrigens galt der Hase schon in der griechischen Mythologie als heiliges Tier und gehörte als Zeichen für Fruchtbarkeit zur Liebesgöttin Aphrodite. Auch Ostara, eine als Frühlingsgöttin bekannte germanische Göttin, die gleichzeitig auch Fruchtbarkeitsgöttin gewesen sein soll, hatte den Hasen als Symbol.

Das Ei ist ebenfalls ein Symbol für Fruchtbarkeit und Ursprung des Lebens.
So wurden Hase und Ei in vergangenen Jahrhunderten für Ostern zusammen auf Backwaren, wie Osterbrot oder Spekulatius, abgebildet.

Vor Ostern, genauer am Gründonnertag, hatten in früheren Zeiten Schuldner an ihre Gläubiger die Abgaben zu leisten und ihre Zinsen zu begleichen. Oftmals geschah dies mit Naturalien, so auch mit Eiern und Hasen.
 

26.04.11

25 Jahre Tschernobyl und das "S'Einlädele"

Was hat das "S’Einlädele" im Stadtteil Stühlinger mit der Reaktorkatastrophe
in Tschernobyl zu tun? Auf den ersten Blick nichts, doch hat es mit der von ihm aufgebauten "Kiew-Hilfe" in nun 18 Jahren schon viel Gutes in und um die ukrainische Hauptstadt getan – auch für Strahlenopfer und andere gesundheitlich Geschädigte des Atomunfalls.

Hans-Peter Fischer aus Elzach erinnert sich: "Leukämie war immer ein Thema. Von abnorm großen Champignons haben uns die Leute ebenfalls erzählt. Auch an einen Lkw-Fahrer erinnere ich mich: Er erzählte, dass er der letzte Überlebende von etwa 150 Kollegen sei, die damals verstrahlten Atommüll auf dem Tschernobyl-Gelände transportiert hatten. Alle anderen waren – jung oder auf jeden Fall noch nicht alt – gestorben", so Eindrücke von Fischer bei seinen Besuchen mit anderen Mitarbeitern der "Kiew-Hilfe" in der Ukraine. Kein Wunder: Von der Hauptstadt bis nach Tschernobyl ist es nicht sehr weit.
Zu den ersten Menschen, die von den Hilfsaktionen aus Freiburg profitierten, gehörten Anfang/Mitte der 1990er Jahre Strahlengeschädigte – aber auch andere Schwerkranke, besonders Herzpatienten in einem großen Krankenhaus in Kiew, für welches die Freiburger medizinisches Gerät und Medikamente aus Deutschland herbrachten. Seit einigen Jahren hat sich die Hilfe aus Freiburg vor allem auf die Straßenkinder verlagert, wovon es alleine in Kiew schätzungsweise über 20 000 gibt. Viele "wohnen" in der Kanalisation der Millionenmetropole, haben keine Eltern oder diese sind alkoholkrank und kümmern sich nicht um sie.

Wie das alles begann? Nicht die Reaktorkatastrophe vor 25 Jahren war der Anlass für die "Kiew-Hilfe" aus Freiburg, sondern ein paar Jahre später, als infolge von Gorbatschows "Perestroikja"-Politik einige Ingenieure aus der dann bereits unabhängigen Ukraine zu Besuch in der Industrie- und Handelskammer in Freiburg waren. Zum Schluss fragten sie: "Wo können wir hier Bibeln bekommen?"

Denn im jungen Staat Ukraine war alles im Umbruch, war alles möglich: Die Menschen suchten Perspektiven – manche eben bei der in der Sowjetzeit zuvor jahrzehntelang verbotenen Religion. Man führte die Ingenieure in den Stühlinger, ins "s’einlädele" und dessen Leiterin Schwester Inge Kimmerle. Dort bekamen sie Bibeln. Mit noch mehr Bibeln reisten die Schwester und einige Begleiter im Jahr darauf, 1993, nach Kiew. Was sie dort sahen, war so erschütternd, dass sie sich sicher waren: "Wir müssen wiederkommen und weiter helfen" – auch, aber eben nicht nur, mit Bibeln. So entstanden im Lauf der Jahre viele Hilfsprojekte.

Ist die "Kiew-Hilfe" denn nicht bloß ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn man die Berichte über die soziale Lage in der Ukraine verfolgt? "Wenn jeder im Dorf einen Faden spinnt, erhält der Nackte ein Hemd", lautet ein russsisches Sprichwort. Volker Höhlein, Nachfolger von Schwester Kimmerle als Leiter vom "s’einlädele", sagt es so: "Man hört von dort immer nur schlechte Nachrichten – wir haben auch gute Botschaften". Zum Beispiel jene von Artjom. Als neunjähriges Straßenkind fasste er einen ungesicherten Stromkasten an. Der elektrische Schlag verursachte so furchtbare Verletzungen, dass es hieß, er werde sterben. Doch er geriet zum Glück in die Obhut der "Kiew-Hilfe" Durch sie konnte er nach Freiburg gebracht und hier mehrmals operiert werden – mit Erfolg: Artjom ist genesen, jetzt 18 Jahre alt, macht das Abitur, will danach Jura studieren und später helfen, "dass es in Kiew einmal keine Straßenkinder mehr geben muss."
 

29.04.11

Küssen hält gesund

Wer viel küsst, lebt länger und bleibt jung. Eine Untersuchung der amerikanischen Gesellschaft für Sexualverhalten in Los Angeles hat ergeben: Wer oft küsst und geküsst wird, wer oft flirtet, lebt länger und hat bessere gesundheitliche Werte.

  1. Küssen ist eine Superwaffe gegen den Stress. Beim Küssen steigt der Herzschlag bei Männern auf 110 Schläge pro Minute, bei Frauen auf 108. Das bringt den Kreislauf in Schwung und fördert die Durchblutung.
  2. Der Kuss ist das beste Training für die Lunge: Statt normaler 20 Atemzüge pro Minute sind es während des Küssens und gleich danach bis zu 60 Atemzüge.
  3. Nach einem Kuss ist man viel aktiver und vitaler als zuvor. Ein wenig bekannter Nebeneffekt: Ein intensiver Kuss kann durch seine entkrampfende Wirkung ganz schnell lästigen Schluckauf aus der Welt schaffen.
  4. Küssen baut Stress ab, bekämpft depressive Zustände, Frustrationen und Ängste. Der Grund: Haben Lippen und Zungen zueinander gefunden, sondert die Bauchspeicheldrüse verstärkt Insulin ab, die Nebenniere schüttet das Hormon Adrenalin aus.
  5. So gerät der gesamte Organismus in freudige Alarmbereitschaft, ausgelöst durch eine Heerschar von Neuropeptiden, die frei werden.
  6. Sie bekämpfen das negative Stress-Hormon Cortisol. Dadurch fühlt man sich absolut super und wird von depressiven, negativen Gedanken befreit.
  7. Wer viel küsst, dessen Wunden heilen schneller und dessen Schmerzen werden gelindert.
  8. Der Kuss ist eine Art Schluckimpfung, die sich zwei Liebende gegenseitig verabreichen. Der Speichel enthält vielfältige Bakterien. 80 Prozent sind bei allen Menschen gleich, 20 Prozent sind unterschiedlich.
  9. Bei einem langen Kuss werden nun auch Bakterien übertragen.
    Bereits im Mund verursachen sie große Aufregung im jeweils anderen Organismus. Sie geben erste Impulse für die Bildung von Abwehrkräften, von Antikörpern.
  10. Im Magen kommt es dann zu den nächsten Reaktionen, wie sie ja auch bei einer Schluckimpfung künstlich angeregt werden. Jetzt werden hier massiv Antikörper gebildet. Man spricht in der Wissenschaft von einer "kreuzweisen Immunitäts-Therapie".
  11. Bei einem intensiven Zungenkuss werden insgesamt 38 Muskeln im Gesicht, im Mund und am Kiefer aktiviert. Dadurch können bei häufigem Küssen Falten geglättet und die Faltenbildung verhindert werden. Damit wird der Kuss auch zum Schönheitsmittel.
  12. Bei einem Kuss von zwei Minuten werden 15 Kalorien verbraucht, was auch nicht zu verachten ist. Ein Beitrag zum Abspecken, wenn man oft und lange genug küsst.
  13. Selbstverständlich steigert ein Kuss bei beiden Partnern die Produktion der Liebeshormone. Auch das macht schön.
  14. Aber: Flüchtige Lippenberührungen an der Wange des anderen und Bussi-Bussi-Aktionen haben allerdings nicht die geringste gesundheitsfördernde Wirkung.
  15. Welche enorme Kraft ein Kuss im Körper auslösen kann, beweist allein schon die Tatsache, die man heute messen kann: Beim intensiven Küssen geraten viel mehr biochemische Vorgänge im Organismus in Bewegung als etwa beim Sex.

Fazit: Küssen Sie, sooft Sie können. Es hält Sie jung und vital.

Übrigens:
... ein Kuss dauert durchschnittlich 12 Sekunden. Mehr als doppelt so lange wie in den 80er-Jahren, da küsste man sich nur 5,5 Sekunden. Und das obwohl wir angeblich alle weniger Zeit haben.
... der Rekord für den längsten Kuss der Welt bei 46 Stunden, 24 Minuten und 9 Sekunden liegt - aufgestellt von Akekachi und Raksana Tiranarat aus Thailand, die dafür vom Wachspuppenmuseum Pattaya mit einem Diamantring und 2.500 Euro belohnt wurden.
... 92 Prozent der Frau schließen beim Küssen die Augen. Männer sind neugieriger - fast jeder zweite schaut die Partnerin dabei an.
... S.W.A.L.K. steht als Abkürzung für "sealed with a loving kiss"
 

30.04.11

Zum Nachdenken

"Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen,
 durch die sie entstanden sind."

Albert Einstein

   
 
   

Stühlinger Online März 2011

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