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Nächtliches Tempo 30 wird akzeptiert
Weniger Tempo und damit weniger Lärm: Seit etwas mehr als
drei Monaten gilt auf den Dreisamuferstraßen, der Kronen-
sowie der Eschholzstraße nachts zwischen 22 und 6 Uhr
Tempo 30. Nach einer anfänglichen Umstellungsphase halten sich
inzwischen rund 85 Prozent der Fahrerinnen und Fahrer an die Geschwindigkeitsbegrenzung.
"Das ist ein guter Wert und damit haben wir das Ziel der Lärmreduzierung
erreicht", erklärt der zuständige Erste Bürgermeister
Otto Neideck bei der jetzt vorliegenden ersten Auswertung der Kontrollzahlen.
Weniger Lärm mit einem vergleichsweise einfachen Mittel zu
erreichen, das war das erklärte Ziel des Gemeinderats, als
er im vergangenen Dezember Tempo 30 zumindest in der Nacht auf den
Haupt-Transitstrecken im Rahmen des gesetzlich vorgeschriebenen
Lärmaktionsplans für Freiburg beschloss.
Nach der Genehmigung durch das Regierungspräsidium konnte
das Garten- und Tiefbauamt (GuT) Ende Mai auf der B31 stadtauswärts
zwischen Kronenbrücke und Schützenalleetunnel und der
B31 stadteinwärts vom Schützenalleetunnel bis zur Kronenbrücke
sowie für die Kronenstraße zwischen Basler Straße
und Kronenbrücke und für die Eschholzstraße
zwischen Ochsenbrücke und Breisacher Straße entsprechende
Schilder aufstellen.
Nach einer Übergangsfrist von rund vier Wochen fing das Amt
für öffentliche Ordnung (AfO) ab Anfang Juli an, die Einhaltung
der Temporeduzierung zu kontrollieren, und lieferte jetzt eine erste
Auswertung der Zahlen.
Für die Kontrolle setzte das AfO mobile Radare auf der B31
und der Eschholzstraße ein, die stundenweise und zu
unterschiedlichen Zeiten in über 80 Messeinsätzen und
212 Überwachungsstunden aktiv waren. In der Kronenstraße
musste die seit Jahren bestehende stationäre Überwachungsanlage
auf das nächtliche Tempolimit ausgerichtet werden.
Nach Auswertung sämtlicher Kontrolleinsätze kann das
AfÖ folgende Zahlen vorlegen: Alle Messungen an den vier Straße
haben innerhalb der acht Wochen zu einer durchschnittlichen Beanstandungsquote
von 14,9 Prozent geführt, das sind in absoluten Zahlen 12.457
Geschwindigkeitsübertretungen.
Die meisten Autofahrer fuhren in der Schwarzwaldstraße stadteinwärts
(17,82 Prozent) und auf der Kronenstraße stadteinwärts
(17,19 Prozent) zu schnell. Neideck führt hierzu aus, dass
man mit dem nächtlichen Tempo 30-Limits auf einer Bundesstraße
Neuland betreten habe und somit Vergleiche zu bisherigen Kontrollen
nicht möglich seien. Gerade die Ergebnisse auf der Bundesstraße
31 zeigen aber, dass sich hier erst Gewohnheiten umstellen müssen.
Den Spitzenreiter oder die -reiterin in Sachen Geschwindigkeit
weist die Eschholzstraße mit 97 Stundenkilometer auf
- ansonsten ist die Straße mit rund 15 Prozent Beanstandungen
allerdings im Durchschnitt. Am besten schnitt die Lessingstraße
ab: hier gab es nur knapp 6 Prozent Beanstandungen, die schnellste
gemessene Geschwindigkeit lag bei 60 Stundenkilometer. Etwas darüber
liegt die Schillerstraße - hier gab es etwas über 7 Prozent
Beanstandungen und eine Höchstgeschwindigkeit von 74 Stundenkilometern.
In der Dreisamstraße lag die Beanstandungsquote bei knapp
17 Prozent, der oder die schnellste Autofahrerin wurde mit 87 Stundenkilometern
geblitzt. In der Schreiberstraße zählten die Kontrolleure
etwas über 16 Prozent Beanstandungen und eine Spitzengeschwindigkeit
von 89 Stundenkilometern. Die Kronen- und die Schwarzwaldstraße
weisen das selbe Phänomen auf: Stadteinwärts wird schneller
gefahren als stadtauswärts. So gab es auf der Kronenstraße
stadtauswärts rund 13,5 Prozent Beanstandungen, in die Stadt
hinein etwas über 17 Prozent. In der Schwarzwaldstraße
lag die Quote stadteinwärts bei fast 18 Prozent und einem Spitzenwert
von 78 Stundenkilometern, stadtauswärts bei knapp 12 Prozent
und 66 Stundenkilometern.
Positiv im Verlauf der letzten acht Wochen ist zu sehen, dass die
Beanstandungen drastisch nach unten gegangen sind, wie an den Zahlen
in der Kronenstraße stadtauswärts am besten zu sehen
ist: Fuhr in der ersten Überwachungswoche noch jeder dritte
Verkehrsteilnehmer zu schnell, so war es in der achten Überwachungswoche
nur noch jeder zehnte.
Stadteinwärts fiel die Beanstandungsquote von anfänglich
rund 30 Prozent auf 16 bis 17 Prozent schon in der dritten Woche,
in der achten Wochen waren es 15 Prozent. Hochgerechnet kommen über
die Beanstandungen rund 200.000 Euro in die Stadtkasse. Dagegen
müssen allerdings die entstandenen Personal- und Sachkosten
gerechnet werden.
Insgesamt bilanziert Neideck: Die Zahlen zeigen, dass es
anfangs schwierig war, Tempo 30 in die Köpfe der Autofahrerinnen
und -fahrer zu bringen. Aber es ist zu sehen, dass die Regelung
inzwischen bekannt ist und eingehalten wird. Zugute kommt dies den
Anwohnerinnen und Anwohner, die ja durch die vom Gemeinderat beschlossene
Tempobegrenzung entlastet werden sollen. Neideck hofft, dass
die Beanstandungszahlen mit der Zeit weiter nach unten gehen und
die Lärmwerte an den Verkehrsachsen reduziert werden können.
Über die Auswertung der ersten Monate wird die Verwaltung
den Gemeinderat in einer Verkehrsausschusssitzung Mitte Oktober
ausführlich informieren.
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