Aktuelles

Februar 2006
 
 

 


Stühlinger Online
 
 
01.02.06

Wir gratulieren der Badsichen Zeitung zum 60.

In der ersten Ausgabe der Badischen Zeitung, die heute vor 60 Jahren erschien, gab es auch einen kleinen Lokalteil. Der vermeldete unter anderem:

Die Zahl der öffentlichen Uhren in Freiburg, die noch in Betrieb sind, ist gegenüber früher stark zurückgegangen. Um so erfreulicher ist es, daß man bemüht ist, die noch ziemlich intakt gebliebenen öffentlichen Uhren wieder in Gang zu bringen. So wurde in diesen tagen die Rathausuhr wieder in Betrieb gesetzt und mit einem weißen, allerdings nur provisorischen Ziffernblatt versehen. Die Rathausuhr wie auch die städtischen Uhren am Martins- und Schwabentor, an der Franziskanerkirche, in Zähringen, Betzenhausen und St. Georgen haben eigene Werke, sind also nicht an das elektrische Uhrennetz angeschlossen. Von den elektrischen Uhren, die von der Feuermeldezentrale aus gesteuert werden, wurde vor kurzem auch die öffentliche Uhr an der Hindenburgschule (heute Goethe-Gymnasium) wieder in Gang gesetzt. Alle öffentlichen Uhren in Freiburg erhalten ihre Zeit durch die aus dem alten Rathaus gerettete Normaluhr, die ihrerseits allwöchentlich durch die Rundfunkzeit reguliert wird. Ein Wunsch sei hier noch ausgesprochen: Wäre es nicht möglich, am Hauptbahnhof wieder eine öffentliche Uhr anzubringen? Die Reisenden würden das sehr begrüßen.

Doch es ging nicht nur um die Zeit, sondern auch um die Zuteilung von Lebensmitteln für den Februar 1946:

Daraus ist ersichtlich, daß die Brotrationen kleiner sind als im vorhergehenden Monat. Diese Maßnahme ist für die ganze französisch besetzte Zone einheitlich getroffen worden, weil die Zufuhr des amerikanischen Mehles langsamer als vorgesehen sich vollzieht. Dagegen ist die Qualität des Brotes besser geworden, da nunmehr Weißmehl verwendet wird.
 

 
03.02.06 Pressemittteilung Bürgerverein Stühlinger zur
Zukunft des Stühlinger Gewerbehofs und der Tagesstätte für Nichtseßhafte

BZ-Artikel vom 03.02.06 "Badenova will das Grundstück an der Ecke Eschholz-/Ferdinand-Weiß-Straße im Stadtteil Stühlinger verkaufen", "Eine WG für Bastler und Dienstleister"

Bereits im November des vergangenen Jahres hat der Bürgerverein Stühlinger die Stadtverwaltung gebeten, sich gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern des Stadtteils für den Erhalt des Gewerbehofs einzusetzen. Solidaritätsadressen und Mitstreitende fand der Bürgerverein im SPD-Ortsverein, im CDU-Ortsverein, bei der Fraktion der Grünen/Junges Freiburg sowie der Fraktionsgemeinschaft der Unabhängigen Listen. Diesem umfassenden Bündnis ist es zu verdanken, dass der Forderung des Bürgervereins, das Grundstück nicht ohne Einbezug der Mieter zu verkaufen, mittlerweile stattgegeben wurde. Es fanden und finden Gespräche zwischen Gewerbehof, Stadtverwaltung und badenova statt. Wie im Artikel der Badischen Zeitung vom 03. Februar erwähnt, wird der Gewerbehof termingerecht ein auch vom Bürgerverein zu unterstützendes Konzept für das Grundstück der Stadtverwaltung vorstellen.

Der Bürgerverein Stühlinger spricht sich entschieden gegen die Vernichtung von Arbeitsplätzen im Stadtteil aus. Durch die massive Umwandlung von Gewerbegebieten in Misch- und Wohngebiete ging dem Stadtteil in den vergangenen Jahren ein großer Anteil von Gewerbe verloren. Der Gewerbehof ist das noch einzig übrig gebliebene größere zusammenhängende Gewerbe. Das in Freiburgs neuen Stadtteilen so hoch eingehängte Stadtentwicklungsziel der Nähe von Arbeit und Wohnen wird in einem der gewachsenen Quartiere fahrlässig aufs Spiel gesetzt.

Der Bürgerverein spricht sich darüber hinaus gegen eine weitere Verdichtung der Wohnbebauung in der Ferdinand-Weiss-Straße aus und fordert daher die Stadtverwaltung auf, keine Umwidmung des Geländes zu unterstützen. Das Quartier droht durch die in jüngster Zeit überwiegend auf Studenten zugeschnittenen Neubau- und Modernisierungsaktivitäten seine bisherigen vielfältigen, aber ausgewogenen Sozialstrukturen zu verlieren.

Der Bürgerverein setzt sich weiterhin für die Erhaltung der Kontaktstelle für Nichtseßhafte am bisherigen Platz ein. Der Stühlinger war und ist bereit, diese Menschen an genau diesem Platz aufzunehmen, da er eine ausreichende Nähe zur Stadtmitte mit ihrer Infrastruktur bietet und diese Gesellschaftsgruppe nicht völlig aus dem öffentlichen Raum und der Wahrnehmung ausblendet. Die Suche nach einem neuen Standort für die Nichtseßhaften wird - wie in dem BZ-Artikel auch angesprochen - sicherlich nicht einfach.
 

09.02.06 Die IT-Revolution frisst ihre Eltern

Die IT-Revolution frisst ihre Eltern auf: Während etwa Softwarehäuser und IT-Dienstleister glänzende Geschäfte machen und Breitband-Zugänge und Notebooks stark nachgefragt werden, geht es mit der Festnetztelefonie angesichts des rasanten technologischen Wandels bergab. So wird, wenn sich die IT-Branche im März zur Leitmesse CeBIT in Hannover trifft, die Stimmung in den einzelnen Marktsegmenten sehr unterschiedlich sein.

Viele Jugendliche haben gar kein Festnetztelefon mehr, sondern nur noch ihr Handy. Auf dem Siegeszug ist zudem das billige Telefonieren übers Internet. Zur starken Nachfrage nach Internet-Telefonie (VoIP) trägt maßgeblich die Verbreitung von Breitbandanschlüssen bei – und deren Verkauf boomt.

Insgesamt wuchs der ITK-Markt in Deutschland 2005 nach Zahlen des Branchenverbandes Bitkom um 2,6 Prozent auf 134 Milliarden Euro und legte damit mehr als doppelt so schnell wie die ganze Wirtschaft. Die Festnetztelefonie, die drei Prozent verlor, drückte allerdings das Branchenwachstum. Zwar legten auf der anderen Seite die Mobilfunker zu. Wegen des "extremen Wettbewerbs" und des Preisverfalls bei mobilen Telefondiensten hätten die schrumpfenden Umsätze in der Festnetzsparte in diesem Segment insgesamt aber nicht überkompensiert werden können, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Insgesamt macht der Telekommunikations-Markt fast 50 Prozent des Gesamtmarktes in der ITK-Branche aus.

Die Folgen für die Beschäftigung sind immens: Die Deutsche Telekom streicht zigtausende von Stellen in ihrer Festnetzsparte. Die Gewerkschaft ver.di kritisierte dies mit den Worten: "Man kann einen Tanker nicht umsteuern, indem man die Mannschaft in die Boote schickt."

Mit der Festnetztelefonie geht es 2006 weiter bergab: Der Bitkom erwartet für die Sparte ein Minus von vier Prozent. Deswegen verlangsamt sich auch insgesamt das Wachstum des ITK-Marktes. Erwartet wird nach einer Prognose vom Herbst ein Zuwachs von gut zwei Prozent.

Der Druck zur Kostensenkung für die Festnetzanbieter bleibe auch in Zukunft enorm, heißt es in einer Studie der Unternehmensberatung Mercer Management Consulting. Mit Personalabbau allein aber lasse sich die Kostenstruktur nicht nachhaltig verbessern. Alle Geschäftsprozesse müssten vereinfacht und automatisiert werden, die Produktpalette gestrafft werden.

Aus Sicht von Rolf Schmidt, ITK-Experte der Gewerkschaft ver.di, sind mehr technische Innovationen nötig. "Im Wettbewerb besteht man nicht mit Kostenreduzierungen." Schmidt sieht zudem einen Investitionsstau beim Technikbedarf, etwa bei Großrechenmaschinen. Zudem gebe es "massive Abbaumaßnahmen" großer Unternehmen und zunehmend Verlagerungen etwa nach Osteuropa, Indien und China.

Die Zahl der Arbeitsplätze in der ITK-Branche wird wegen des Stellenabbaus etwa bei der Telekom oder bei IBM und HP laut Bitkom-Prognose im laufenden Jahr unterm Strich stagnieren. 2005 wuchs die Zahl der Jobs insgesamt noch um 4000 auf rund 749.000. Vor allem für ihre Forschungs- und Entwicklungsabteilungen aber suchen viele Unternehmen händeringend nach geeignetem Personal.

Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) beziffert den Fachkräftemangel in Deutschland aktuell auf 4000. Es gebe zu wenig hoch qualifizierte Informatiker und Ingenieure, sagt VDI-Sprecher Sven Renkel. "Das ist ein Signal, der negativ ist für den Technikstandort Deutschland." Viele Unternehmen würden neben Produktionsstätten auch Forschungs- und Entwicklungsbereiche ins Ausland verlagern oder ausländische Fachkräfte anheuern. Zugleich beklagt der Elektroniker-Verband VDE die sinkende Zahl der Studienanfänger der Elektrotechnik und IT.

Bitkom-Hauptgeschäftsführer Rohleder sieht wegen des Fachkräftemangels Wachstumspotenziale ungenutzt – etwa in der Biometrie, in der Telematik und der IT-Sicherheit. Vor allem in den Schulen müsse wieder "mehr Lust auf IT-Studiengänge" gemacht werden. Vom "Jahr der Informatik" 2006 verspricht sich Roleder eine "Aufbruchstimmung". Eine solche soll wie in jedem Jahr auch die CeBIT verbreiten. Schwerpunkte sind mobile und schnelle Breitband-Zugangswege sowie die RFID-Technik. Rund 6300 Unternehmen stellen auf der CeBIT 2006 ihre Produkte aus – in etwa so viele wie im Vorjahr.
 

11.02.06 Eschholzstraße: Ampeln werden umgerüstet

Das Tiefbauamt rüstet von kommendem Dienstag, 14. Februar, bis Donnerstag, 16. Februar die Signalanlage an der Kreuzung Lehenerstraße / Eschholzstraße auf die neue LED-Technik um. Die Ampelanlage muss für die Dauer der Arbeiten abgeschaltet werden. Um die Verkehrssicherheit während der Abschaltzeit zu gewährleisten, müssen einzelne Fahrspuren gesperrt werden. Zusätzlich wird das Linksabbiegen aus beiden Fahrtrichtungen der Eschholzstraße sowie aus der östlichen Lehener Straße in dieser Zeit nicht möglich sein.
 
14.02.06 Valentinstag

Eigentlich beruht alles auf einem Zufall: Hätte Kaiser Claudius im Jahr 269 nach Christus den Bischof Valentin von Terni nicht ausgerechnet am 14. Februar, einem beliebten, "Lupercalia" genannten römischen Festtag, enthaupten lassen, die Liebenden und Liebeshungrigen hätten heute
vielleicht keinen Feiertag. Und die Blumenhändler, Grußkartenhersteller und Geschenkartikelgeschäfte wären um ein Datum gebracht, das ihren Umsatz doch erheblich steigert.

Ein bunter Liebesgruß für die Angebetete ist jedoch nicht der einzige Brauch zum Valentinstag. So ging einst das Gerücht um, dass derjenige, den ein Mädchen am 14. Februar als ersten sah, ihr Zukünftiger werden würde.
Überliefert ist auch ein "Valentins-Orakel": Männer und Frauen auf Partner-suche schrieben die Namen ihrer potenziellen Kandidatinnen oder Kandidaten auf ein Zettel, knüllten das Papier zusammen und umwickelten es mit Lehm. Diese Lehmkügelchen legten sie in ein Wasserglas, wo sie sich auflösten.
Der Zettel, der als erstes wieder freigegeben wurde, soll - Dank des Einflusses von St. Valentin - den Namen des oder der Zukünftigen enthalten haben.
In wie vielen Fällen das Orakel zu einer glücklichen Ehe geführt hat, ist allerdings nicht bekannt.

Der Usus, am 14. Februar der Angebeteten Blumen zu schenken, geht tatsächlich auf das besagte Fest "Lupercalia" zurück: Im antiken Rom wurde damit der Göttin Juno als Schützerin von Ehe und Familie gedacht. Männer und Frauen opferten der Göttin Tiere und Getreidekuchen. Die jungen Leute hatten an diesem Tag noch einen ganz eigenen Brauch: Die Namen von Frauen wur-den in einem Holzkasten gesammelt, ledige Männer griffen hinein und hatten so per Los eine erotische Gespielin gezogen, die sie für ein Jahr - der römische Kalender begann im März - als ihre Partnerin betrachteten. Gleichberechtigung im heutigen Sinne war damals freilich noch unbekannt.

Der Brauch der Liebes-Lose wurde vor allem in Frankreich weiter gepflegt. Dort trafen sich am Vorabend des Valentinstages junge Frauen und Männer und schrieben ihre Namen auf Zettel. Jedes Mädchen und jeder Mann zogen dann einen Namen und jeder hatte somit zwei Valentins, mit denen sich ein kleiner Flirt entspinnen konnte.

In England entscheidet die erste Begegnung am Morgen des Valentinstags darüber, wer der Valentin oder die Valentine werden soll.

Das heutige Mekka aller Valentin-Feierlichkeiten aber ist Amerika: 1849 wurde in den USA die erste Grußkarte gedruckt, um sie an diesem Tag einem gelieb-ten Menschen zukommen zu lassen. Inzwischen sind jedes Jahr zum 14. Februar rund eine Million romantischer Postgrüße in den Staaten unterwegs.
 
21.02.06 Zum Nachdenken

Gib der Alltäglichkeit ihr Recht, und sie wird dir mit ihren Anforderungen nicht zur Last fallen.          Clemens Brentano
 
24.02.06 62 Prozent der deutschen Haushalte sind online

Hier zu Lande surften im vergangenen Jahr 62 % der Haushalte im Internet. Damit liegt Deutschland nach den neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes bei der Web-Nutzung im Vergleich mit anderen EU-Ländern klar über dem Durchschnitt von 53 %. Beim Anteil der schnellen Breitbandanschlüsse liegt Deutschland allerdings mit 23 % unter dem EU-Schnitt (25 %).

Weiter belegen die Zahlen, dass Deutsche zwischen 16 und 74 Jahren gerne im Netz kaufen: 32 % von ihnen kauften im ersten Quartal 2005 online ein, europaweit waren es nur 20 %. Bei Männern waren Bücher am gefragtesten, bei Frauen Kleidung. Haushalte mit geringem Einkommen verfügen weniger häufig über eine Anbindung ins Datennetz. Bei den Unternehmen ab zehn Mitarbeitern dürfte nach Angaben der Statistiker mit einem Anteil von 94 % bei den Internet-Zugängen inzwischen eine obere Grenze erreicht worden sein.

Die IT- und Telekommunikationsbranche trug 2004 mit 6,8 % zum Bruttoinlandsprodukt bei – 1995 waren es erst 4,7 %. Erstmals seit zehn Jahren seien auch wieder mehr IT-Produkte exportiert als nach Deutschland importiert worden. Besonders gefragt ist im Ausland die Messtechnik 'made in Germany'. Die Branche beschäftigte 2004 rund 1,3 Millionen Menschen – 300.000 mehr als 1995.
 

27.02.06

Rosenmontag

Der Begriff Rosenmontag entstand in Köln. Hier hat man schon (fast) immer Karneval gefeiert. Aber zu Beginn des 19. Jahrhunderts (nämlich 1823) hat sich das „Festordnende Komitee“ gegründet, um dafür zu sorgen, dass der Karneval nun endlich in geordneten Bahnen abläuft (bis dahin muss es wild zugegangen sein...). Dieses Komitee hielt jeweils am Montag nach dem dritten Sonntag vor Ostern seine Sitzung ab. Dieser Sonntag hieß Rosensonntag, weil an diesem Tag der Papst eine goldene Rose weihte, die er einer wichtigen Persönlichkeit überreichte. Nun – und dann hat sich das Komitee, das den Karnevalsumzug organisierte, nach seinem Versammlungstermin genannt:
„Rosenmontagsgesellschaft“. Und jetzt heißt also der Tag, an dem die Umzüge stattfinden, „Rosenmontag“.

Der erste organisierte Rosenmontagsumzug fand übrigens in Köln (im Rheinland also) statt! Inzwischen gibt es in vielen Städten des Rheinlandes und auch anderswo Umzüge. Die Menschen bauen bunte Wagen, mit denen sie durch die Straßen ziehen. Oft haben diese Umzüge ein bestimmtes Motto, manchmal ein politisches, oft aber werden ganz alltägliche Dinge durch den Kakao gezogen. Musikgruppen spielen Karnevalsmusik, die Menschen am Straßenrand „schunkeln“. Meistens gibt es ein „Prinzenpaar“, das mit seinem Wagen den Abschluss des Zuges bildet. Und für die Kinder ganz wichtig: Beim Karnevalszug werden ganz, ganz viele „Kamelle“ geworfen, Süßigkeiten, Blumensträußchen und andere schöne Dinge.

Auch in Süddeutschland gibt es an Rosenmontag Umzüge, aber die sind anders als im Rheinland. Menschen mit Masken, die oft schaurig aussehen, ziehen durch die Straßen und veranstalten einen höllischen Lärm. Man nennt diese Umzüge „Narrensprünge“.

   
 
   

Stühlinger Online Januar 2006

Stühlinger Online März 2006
   
 

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