Aktuelles

Ende August 2004
 
 

 


Stühlinger Online ( Zeitraum: 16.08.04 - 31.08.04  )
 
 
16.08.04

Vorankündigung: Klarastraßenfest am 18. September 2004


Heiße Rhythmen, Kinderspektakel, Gewinnspiele und viele Leckereien gibt es am Samstag, 18. September 2004, auf dem "Klarastraßenfest" mitten im Stühlinger. Ab 14 Uhr locken temperamentvolle Salsaklänge, klassische Harfenmusik und fetziger New Orleans Jazz die Besucher auf die Klarastraße, die an diesem Tag zur Feierzone erklärt wird.

Viel Spaß und kreatives Gestalten wartet auf die Kinder: Gesichter schminken, Torwandschießen, eine Straßenmalschlange und ein Luftballonwettbewerb mit einer Familienkarte für den Europapark als Hauptpreis.

Eine Avanti-Reise, Sonnenbrillen, ein Computerkurs, Wein und weitere attraktive Preise werden bei einer Tombola verlost. Um 16 Uhr heißt es für Bühne frei für "Kofi" mit seiner Kinder-Hipp-Hopp-Vorstellung. Schauspielkunst und Streifzüge durch ein abwechslungsreiches Musikprogramm gibt es von 14 bis 23 Uhr. Zu den Höhepunkten des Abends gehört ein heißer Saxofon-Corso auf der Bühne, mit dem Mike Schweizer und Hiram Mutschler den Abend schwungvoll ausklingen lassen.

Veranstaltet wird dieses Fest von den Geschäften und Anliegern der Klarastraße sowie weiteren Sponsoren.
 

 
17.08.04 Immer mehr Radfahrer sterben bei Alleinunfällen

Immer mehr Fahrradfahrer verunglücken tödlich, ohne in eine Kollision mit anderen Verkehrsteilnehmern verwickelt zu sein. Die hohen Geschwindigkeiten, die mit modernen Rennrädern und Mountainbikes leicht erreicht werden können, aber auch Selbstüberschätzung spielen laut dem Deutschen Verkehrs-sicherheitsrat eine große Rolle.

Starben im Jahr 1979 von insgesamt 1174 tödlich verunglückten Fahrradfahrern 9,9 % bei einem so genannten Alleinunfall, erhöhte sich die Quote auf 21 % im vergangenen Jahr, berichtet der Deutsche Verkehrssicherheitsrat.

Der DVR führt den Anstieg einerseits auf die technische Entwicklung zurück. Auch normale Radfahrer mit modernen Rennrädern, Trekking- und Mountainbikes stoßen in hohe Geschwindigkeitsbereiche vor. Mit dem Fahrrad würden heute Geschwindigkeiten gefahren, die früher Mofas vorbehalten gewesen seien. Aber auch die Überschätzung der eigenen Fähigkeiten scheine größer geworden zu sein. Nur wenige denken offenbar bei einem zügigen Fahrstil an die Gefahr eines Unfalls.

Der DVR appelliert vor diesem Hintergrund an Radfahrer, Gefahren realistisch einzuschätzen und vor allem Vorkehrungen zum Selbstschutz zu treffen. So sollte grundsätzlich ein Fahrradhelm getragen werden. Untersuchungen hätten gezeigt, dass sich das Verletzungsrisiko am Kopf mit Helm um 50 bis 85 % verringern lässt.
 

18.08.04 Viele Deutsche schämen sich für Landsleute

Sie meckern, sind laut und benehmen sich ignorant gegenüber der einheimischen Kultur: Recht kritisch äußern sich Deutsche über ihre eigenen Landsleute auf Reisen. Zwei Drittel haben sich schon mal für andere Deutsche geschämt.

Peinlich, peinlich, innerlich mussten 63 % der befragten Urlauber schon mal aufstöhnen, als sie das Verhalten ihrer Landsleute in fremden Ländern beobachteten. Das ergab eine Umfrage des Emnid-Instituts in Bielefeld. Beim vermuteten Ansehen im Ausland sind die Bundesbürger gespalten: Zwar meint eine knappe Mehrheit von 51 %, dass der Ruf der Deutschen im Ausland trotz allem gut ist. 61 % halten ihn jedoch für verbesserungsbedürftig, so die vom Online-Reisebüro travelchannel.de in Auftrag gegebene Umfrage unter 1003 Männern und Frauen.

Diejenigen, die von einem schlechten Ruf ausgehen, begründen das vor allem mit Lärm (88 %), häufigen Beschwerden (82 %) und einer Missachtung einheimischer Kultur (69 %) durch deutsche Touristen. Das Bestehen auf deutschem Essen sowie unpassende Kleidung sind für zwei Drittel der Grund dafür, dass Deutsche im Ausland unbeliebt sind.

Wer von einem guten Ruf der Deutschen im Ausland ausgeht, sieht dies meist in einer Offenheit der Bundesbürger für Land und Leute begründet (86 %).
Die "deutsche Pünktlichkeit" ist nach Ansicht von 82 % der Befragten ein Pluspunkt. 74 % heben hervor, dass die Deutschen sich häufig bemühen, die Landessprache zu sprechen.
 

19.08.04

Zum Nachdenken

"Es genügt nicht, an den Fluss zu kommen, nur mit dem Wunsch,
Fische zu fangen. Man muss auch das Netz mitbringen."  Chinesisches Sprichwort
 

20.08.04 Suchmaschine Google an der Börse

Google hat gestern ein starkes Börsendebüt hingelegt. Bereits wenige Minuten nach dem Auftakt des stundenlang verzögerten Handels lagen die Google-Aktien an der NASDAQ-Börse mit 101,60 US-Dollar um 16,60 US-Dollar oder 19,52 Prozent über ihrem Ausgabekurs von 85 Dolla. Die Erstnotierung hatte bei 100,01 Dollar gelegen.

Google hatte angesichts der schwachen Nachfrage die Zahl der verkauften Aktien in letzter Minute von 25,7 Millionen auf 19,6 Millionen und den angestrebten Verkaufspreisrahmen stark auf 85 Dollar bis 95 Dollar reduziert. Das geringere Angebot sahen einige Wall-Street-Experten als Grund für den jetzigen sehr guten Börsenauftakt für die Google-Aktien an.

Ursprünglich hatten die Firmengründer Larry Page und Sergey Brin einen Preis von bis zu 135 Dollar angepeilt. Sie sind angesichts des Börsengangs mit ihren großen Google-Aktienpaketen über Nacht Multimilliardäre geworden.

Angesichts vieler Pannen während der ungewöhnlichen Aktienvergabe und des schlechten Umfelds für Technologieaktien mussten sich der Betreiber der Internetsuchmaschine und die ursprünglichen Aktionäre mit Gesamteinnahmen von knapp 1,7 Milliarden Dollar begnügen.

Das Google-Kapital ist auf insgesamt 272,2 Millionen Aktien verteilt und wurde zum Auktionspreis mit insgesamt 23 Milliarden Dollar bewertet. Die erst vor sechs Jahren von den ehemaligen Computerwissenschafts-Studenten Page und Brin gegründete Gesellschaft ist aber trotzdem fast ebenso viel wert wie der weltgrößte Autohersteller General Motors (23,7 Mrd Dollar). Viel ältere Internetfirmen wie der Online-Auktionär EBay (52,8 Mrd Dollar) und das Online-Portal Yahoo!(38,7) Milliarden Dollar haben erhebliche höhere Gesamtwerte, während die Aktien des weltgrößten Online- Einzelhändlers Amazon.Com mit insgesamt 16 Milliarden Dollar bewertet werden.

Google selbst hat bei der Erstemission 14,1 Millionen Aktien verkauft und dabei 1,2 Milliarden Dollar hereingeholt. Damit wurde die Kriegskasse für zukünftige Akquisitionen und eine weitere Expansion auf 1,7 Milliarden Dollar aufgestockt. Die Google- Altaktionäre verkauften beim Börsengang allerdings selbst nur 5,5 Millionen Aktien im Gesamtwert von 464 Millionen Dollar.

Google mit dem Firmenmotto "tut nichts Böses" wollte mit seiner Ende April 2004 angekündigten Auktion auch den kleinen Aktionären eine Chance bieten mitzumischen. Das Unternehmen war in die Schusslinie der Aufsichtsbehörde SEC geraten, weil sie dem "Playboy"-Magazin kurz vor der Börsengang-Ankündigung ein Interview gewährt hatten. Die SEC untersucht jetzt offensichtlich ob Google gegen die während des Börsengangs vorgeschriebene Schweigepflicht verstoßen hat. Das Unternehmen hatte auch nicht-registrierte Aktien und Optionen an Mitarbeiter vergeben. Damit könnte die Firma gegen das US-Wertpapiergesetz verstoßen haben. Die Google-Aktien werden unter dem Aktiensymbol "GOOG" notiert.

Google hat im ersten Halbjahr 2004 einen Umsatz von 1,35 Milliarden Dollar verbucht gegenüber nur 559,8 Millionen Dollar im entsprechenden Vorjahres-abschnitt. Der Halbjahresgewinn ist von 58 Millionen Dollar auf 143 Millionen Dollar in die Höhe geschossen. Das Unternehmen macht 98 Prozent seiner Umsätze mit Werbung. Google sieht sich aber einer immer härteren Konkur-renz von Yahoo und Microsoft sowie anderen Suchmaschinenbetreibern gegenüber, die verstärkt in dieses lukrative Geschäft einsteigen.
 

21.08.04 Hätten Sie's gewußt ?

Die Hundstage heißen nicht etwa so, weil sie selbst Hunden zu heiß sind, sondern weil um diese Zeit des Jahres der Sirius, Hauptstern im Großen Hund, mit der Sonne zusammen aufgeht. Diese meist regelmäßig heiße Jahreszeit,
mit Nächten, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt, finden wir normalerweise in der Zeit vom 24. Juli bis 24. August.

Doch welche Tage hatten wir dann in den vergangenen Tagen ?

 
22.08.04 Stühlinger Online ...

... wünscht Ihnen allen ein sensationelles Wochenende mit allem, was Sie sich dazu vorstellen können. Gleichzeitig möchten wir an dieser Stelle gerne die Frage stellen, ob Sie mit dem Inhalt von "Aktuelles" einverstanden sind und so freuen wir uns über konstruktive Kritk an info@stuehlinger-online.de.
 
23.08.04 Handy Statussymbol und Schuldenfalle

Kinder und Jugendliche sind auf Dauerempfang: Jedes zweite deutsche Kind zwischen 11 und 12 Jahren und 84 % der 13- bis 22-Jährigen haben nach Angaben des Instituts für Jugendforschung (München) ein eigenes Handy. Das kann teure Konsequenzen haben: Der sorglose Umgang mit Mobiltelefonen lässt Kinder und Jugendliche Schulden machen.

Fotos verschicken und im Internet surfen -- kein Problem für ein modernes Mobiltelefon. Diese oft teuren Zusatzangebote haben nach Ansicht der Experten vor allem eine Zielgruppe: "Da werden Produkte auf den Markt geworfen, die speziell auf Kinder und Jugendliche abzielen", sagt Werner Sanio vom Schuldnerfachberatungszentrum Mainz. Er stellt bei der Überschuldung wegen Handys generell eine steigende Tendenz und teilweise dramatische Ausmaße fest. "Ich kenne Einzelfälle, da betrugen die Handy-Schulden mehrere tausend Euro."

Laut Bundesverband der Deutschen Inkasso-Unternehmen haben 12 Prozent der 13- bis 24-Jährigen Schulden -- im Durchschnitt sogar rund 1800 Euro. Mobiltelefon-Rechnungen sind eine Ursache: "Handys haben immer anspruchsvollere Funktionen, häufig verbunden mit für Kinder kaum durchschaubaren Gebühren", teilt der Verband mit.

Neben Gesprächen und Textmitteilungen sind es vor allem die Extras, die Geld kosten. "Ich möchte schon ab und zu einen neuen Klingelton und ein, zwei Spiele", bekennt etwa Alen (16) aus Mainz. Doch mit bis zu zehn Euro kann das einmalige Herunterladen von Klingeltönen nach Angaben des Magazins FINANZtest zu Buche schlagen.

Dass Kinder und Jugendliche gar nicht erst in Versuchung kommen, will die Bundesministerin für Verbraucherschutz erreichen -- Renate Künast (Grüne) fordert so genannte Kids-Tarife: Eltern schließen einen speziellen Handy-Vertrag für ihre Kinder ab, in dem teure Nummern wie 0190 oder 0900 zum Herunterladen von Klingeltönen oder Logos nicht angewählt werden können.

Für falsch hält das Husam Azrak, Sprecher von T-Mobile. "Es ist nicht die Aufgabe eines Mobilfunkunternehmens, die Jugendlichen der Nation zu erziehen. Der gewissenhafte Umgang mit modernen Medien muss schon im Elternhaus, Kindergarten und in der Schule erlernt werden." Vor allem unseriöse Drittanbieter sind seiner Ansicht nach Schuld am schlechten Ruf der Handy-Dienste. "Einige schwarze Schafe verzerren das Bild. Unsere Download-Gebühren sind transparent und nicht teuer: sie liegen zwischen 39 Cent und 2,49 Euro."

Der richtige Umgang mit dem Handy steht nicht auf dem Lehrplan und entsprechende Vorträge der Verbraucherzentrale für Schulklassen sind kaum gefragt. "Mit dem Thema 'Kostenfalle Handy' kann man keinen Schüler hinter dem Ofen vorlocken. Die haben eher Angst, dass man ihnen das Handy vermiesen will", betont Barbara Steinhöfel von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. "Bei Minderjährigen rate ich zu Prepaid-Karten. So bleiben Ausgaben überschaubar."

Auch der Deutsche Kinderschutzbund empfiehlt die im Voraus aufladbaren Guthaben. Ist die Karte vor der verabredeten Zeit leer, sollten Eltern sie nicht gleich wieder aufladen. "Schließlich müssen Kinder früh lernen, dass das einem zur Verfügung stehende Geld begrenzt ist", sagt Bundesgeschäftsführerin Gabriele Wichert. 
 

24.08.04 Eschholzstraße wird saniert

Bis Ende kommender Woche soll nach Mitteilung des Tiefbauamtes die Sanierung des stark beschädigten Fahrbahnbelages in der Eschholzstraße dauern. Zunächst steht der Abschnitt zwischen Wannerstraße und Egonstraße an, in der kommenden Woche das Teilstück zwischen Lehener Straße und Schenkstraße. Der Verkehr wird jeweils mit reduzierter Geschwindigkeit an der Baustelle vorbeigeführt.
 
25.08.04 Miese Laune stärkt das Gedächtnis

Wer in mieser Laune Zeuge eines Unfalls oder eines Verbrechens wird, ist für Richter meist am wertvollsten. Versuche australischer Forscher haben ergeben, dass sich Einzelheiten bei schlechter Stimmung besonders gut ins Gedächtnis einprägen.

Das Forscherteam um Joe Forgas versetzte Versuchspersonen in eine positive oder negative Stimmung und ließ sie eine inszenierte Szene miterleben, etwa einen Handtaschenraub. Dann überprüften die Wissenschaftler, wie exakt und verlässlich die Aussagen der Probanden waren. "Die Darstellungen übellauniger Augenzeugen waren verglichen mit denen fröhlicherer Versuchspersonen deutlich akkurater", erklärt Forgas. "Das zeigt, dass unsere Erinnerung durch irrelevante Informationen gestört wird, wenn wir uns in einer guten Stimmung befinden."

Die gute Laune begünstige eher weniger vorsichtige Denkstrategien, meinen die Forscher der University of New South Wales in Sydney. Üble Laune fördere dagegen auch das Argumentationsvermögen und Denkprozesse.

In einem weiteren Versuch ließen die Wissenschaftler gut und schlecht gelaunte Versuchspersonen eine Argumentation zu Gunsten einer bestimmten Behauptung verfassen. Hier zeigte sich, dass Übellaunige in Bezug auf kritisches Denken und Kommunikationsfähigkeit gut gelaunten Probanden überlegen waren: Qualität und Überzeugungskraft ihrer Begründungen waren weit effektiver.

Dass schlechte Stimmung erhöhte Aufmerksamkeit und ein verbessertes Denkvermögen mit sich bringt, hat sich vermutlich im Laufe der Evolution entwickelt, sagt Forgas. Bei guter Laune ist die Umgebung friedlich und nicht bedrohend, weshalb hohe Aufmerksamkeit nicht vonnöten ist. Dagegen ist eine durch eine Bedrohung ausgelöste schlechte Stimmung in Gefahrensituationen von Vorteil, da sie eine systematische, aufmerksame und umsichtige Verarbeitung der Informationen aus der Umgebung garantiert.

Psychologen erzielten in Experimenten allerdings auch andere Ergebnisse. So kamen US-Forscher kürzlich zu dem Schluss, dass auch positive Eindrücke dem Gedächtnis auf die Sprünge helfen können.
 

26.08.04 Jeep-Fahrerin macht Radarfalle platt

Eine frisch geblitzte Autofahrerin hat kurzerhand ihren Geländewagen gewendet und den Radarkasten samt Beweismittel überfahren. Doch so einfach ließ sich das Problem nicht aus dem Weg räumen. Die Radarfalle stand auf einer Bundesstraße im Taunus-Ort Kelkheim und blitzte den Wagen der 53-Jährigen, wie die Polizei in Hofheim am Dienstag berichtete. Daraufhin wendete die Frau ihren Jeep, überfuhr den Radarkasten, um anschließend zu flüchten.

Damit hatte sie jedoch wenig Erfolg, denn zwei in einem Messwagen sitzende Hilfspolizisten der Stadt notierten sich rechtzeitig das Kennzeichen des Wagens. Sie verständigten die Polizei, die die 53-Jährige in der Wohnung eines Bekannten in Kelkheim ausfindig machte.

Auf der Wache entnahmen die Beamten der Jeepfahrerin eine Blutprobe und beschlagnahmten ihren Führerschein. Der Frau steht nun "Ärger ins Haus", wie der Polizeibericht bündig zusammenfasst. Den Schaden an dem Geschwindigkeitsmessgerät schätzen die Ermittler auf 10.000 Euro.
 

27.08.04

Olympia 2004 - Deutsche Damen gewinnen Goldmedaille

Ein Sensationssieg gelang gestern der deutsche Hockey-Nationalmannschaft der Frauen. Das Team hat gegen den haushohen Favoriten aus den Nieder-landen das olympische Finale gewonnen.

Gegen die hoch favorisierten Niederländerinnen siegten die deutschen Damen in einer dramatischen Abwehrschlacht mit 2:1 (2:0). Für das deutsche Frauen-Hockey ist es der größte Erfolg in der Geschichte. Nach einer eher schwachen Vorrunde, in der die Mannschaft den Niederländerinnen noch mit 1:4 unterlegen waren, kommt dieser Sieg einer Sensation gleich.

Es ist gleichzeitig die insgesamt zehnte Goldmedaille für Deutschland in Athen.
 

28.08.04

Neues Auto gefällig ?

Wie wäre es damit: Ein Ferrari F 430

Ferrari F 430

Wenn ein neuer Ferrari am Start steht, herrscht in der Autowelt stets eine Stimmung wie vor der großen Bescherung an Weihnachten. Aufregung, Ungeduld, Vorfreude prägen das Befinden. So auch jetzt, denn abgelöst wird immerhin der 360 Modena, der jahrelang als der gepflegte V8-Sportwagen der Mannen aus Maranello galt.

Das wird bald Geschichte sein, denn eine neue Generation von Achtzylinder-Autos steht am Start. Den Anfang macht jetzt in Paris (25. September bis
10. Oktober) der Ferrari F 430. Und wer sich immer schon fragte, ob denn das Formel-1-Engagement der "Roten" Synergieeffekte für den Serienfahrzeugbau bringe, wird beim neuen Modell gleich zwei Beispiele finden, die dafür sprechen. Erstmals nämlich fährt mit dem F 430 ein Serienauto mit elektronisch gesteuertem Differenzial vor. E-DIFF heißt die Technik so sperrig wie schlicht, von der sich die Ingenieure eine verbesserte Traktion und ein präziseres Handling versprechen.

Neuheit Nummer zwei, die aus dem Vollgassport abgeleitet wurde, sind die so genannten "manettino". So nennen Schumacher und Kollegen die kleinen "Hebelchen" (ital. manettino) am Lenkrad ihrer Boliden, mit denen die Feinabstimmung des Fahrwerks erledigt wird. Das kann nun auch jeder andere Ferrari-Fahrer, wenn er sich einen F 430 zugelegt hat. "Sämtliche Systeme zur Regulierung der Fahrdynamik werden über Wählschalter am Lenkrad gesteuert", erläutert Ferrari dazu. Etwas Feingefühl, Erfahrung und Sportsgeist sind aber schon nötig, um mit den "Hebelchen" wirklich Spaß zu haben.

Der nagelneue V8-Motor des F 430 ist mittig im Auto platziert. Aus 4,3 Litern Hubraum schöpft die Maschine 490 PS (360 kW), was einer spezifischen Leistung von 114 PS pro Liter Hubraum entspricht. Das Leistungsgewicht des Wagens liegt bei erstaunlichen 2,8 Kilogramm pro PS (das Auto wiegt 1450 Kilogramm) und das maximale Drehmoment bei 465 Newtonmeter. Man kann also sehr, sehr schnell sein mit dem F 430. Gut 315 km/h geben die Italiener als Höchstgeschwindigkeit an, die Beschleunigung von 0 auf Tempo 100 funktioniert in vier Sekunden.

Die Form der 4,51 Meter langen, 1,92 Meter breiten und 1,21 Meter flachen Karosserie stammt von Pininfarina. Auffällig sind die klobigen Lufteinlässe in der Frontschürze, die mächtig ausmodellierten Radkästen und der wuchtige Diffusor am Heck, der für ausreichend Anpressdruck auch bei hohen Geschwindigkeiten sorgen soll. Auf die Straßen kommt der F 430 wohl erst im kommenden Frühjahr. Einen Preis nennt Ferrari noch nicht, doch ist es unwahrscheinlich, dass der Neue billiger wird als der 360 Modena, und der kostet mindestens 128.200 Euro.
 

29.08.04

Am Rande von Olympia - Handys zum Wegschmeißen

Fast 75 Meter weit schleudert ein Norweger sein Mobiltelefon. Er gilt deshalb als Favorit bei der heutigen Handy-Weitwurf-Weltmeisterschaft im finnischen Städtchen Savonlinna. Die Ursprünge des seltsamen Wettstreits sind angeblich Wutausbrüche wegen eines streikenden Handys.

Was muss passieren, damit man sein Handy mit voller Wucht in die Ecke wirft? Ein Akku, der schon wieder viel zu früh den Geist aufgibt? Oder ein Gesprächspartner, der partout nicht erreichbar ist?

Die Teilnehmer der Handy-Weitwurf-WM stellen sich derartige Fragen schon lange nicht mehr. Die Aussicht, Weltmeister zu werden, ist ihnen Motivation genug. Am Samstag treffen sich die Freunde des skurrilen Sports in der finnischen Stadt Savonlinna. Der Veranstalter des Wettbewerbs, die Übersetzungsfirma Fennolingua, rechnet mit rund hundert Teilnehmern.

Die Regeln der Handy-Wurf-WM sind simpel: Jeder Teilnehmer hat nur einen einzigen Wurf. Eigene Mobiltelefone dürfen zwar mitgebracht, jedoch nicht herumgeschleudert werden. Der Veranstalter stellt die rund 50 verschiedenen Wettkampfgeräte selbst. Die "Sportler" dürfen sich das Handy aussuchen, mit dem sie auf Titeljagd gehen.

"Die Telefone sind bis zu zehn Jahre alt", sagt Veranstalterin Minna Nousiainen. Sie seien verschieden schwer. Auch topaktuelle Handys könnten geworfen werden: "Die haben meist einen Wasserschaden und funktionieren nicht mehr", erklärt Nousiainen.

Der Weltrekord stand bisher bei 66,72 Meter. So weit schleuderte Petri Valta ein Nokia 5110 vor zwei Jahren. Doch am 18. Juni dieses Jahres wurde diese Weite übertroffen. Der Norweger Tom Werner Buskum kam bei den Landesmeisterschaften auf sensationelle 74,75 Meter. Er tritt auch morgen in Savonlinna an - als Favorit.

Neben dem klassischen Weitwurf wird auch ein Titel für Junioren (Alter bis zwölf Jahre) und ein Titel in der Kategorie "Freestyle" vergeben. Eine Jury bewertet bei den Freestylern Choreografie, Aussehen und Ästhetik. Außerdem gibt es einen Mannschaftswettbewerb, bei dem Dreier-Teams gegeneinander antreten. In der Jury sitzen unter anderem ein Abgeordneter des finnischen Parlaments und eine Ballettmanagerin.

Die Handy-Weitwurf-WM findet bereits zum fünften Mal statt. Bei den Veranstaltern haben sich auch Teilnehmer aus Deutschland und Österreich gemeldet - ob sie dann auch tatsächlich nach Finnland anreisen, wird sich am Samstag zeigen. Bis 13.30 Uhr sind Registrierungen möglich - auch ohne Voranmeldung.

Die Telefone erwiesen sich bei den bisherigen Wurfwettbewerben als erstaunlich robust. Im Jahr 2003 gingen gerade mal drei Handys beim Aufprall zu Bruch.

Der Musiksender MTV hatte die Idee zuletzt auch aufgegriffen und Jugendlichen 100 Dollar in die Hand gedrückt, wenn diese ihr Handy über die Straße geworfen hatten. Für manchen erwies sich das Ganze als gutes Geschäft: Das Handy bekam ein paar Schrammen, funktionierte jedoch tadellos weiter. Andere mussten Totalschaden konstatieren.
 

30.08.04

Game over

Die olympischen Spiele 2004 sind vorbei. Aber was nimmt man denn mit aus Athen, der Heimkehr der Spiele? "Griechenland kennt viele Übel, aber am schlimmsten ist das Volk der Athleten", wusste Euripides.

"Ist die Teilnahme an Olympia eine gewaltige Leistung, so ist das Training noch schwieriger" (Philostratos). Auch wenn man im Medaillenranking am Ende mit einem blauen Auge davon kam, hat in Deutschland nun eine Debatte über den Spitzensport begonnen: Das Hauen und Stechen um die Fördergelder ist schon im Gange, aber es wird auch ein Nachdenken über Trainer- und Funktionärs-arbeit fällig. Die Badeenten des DSV sollten von Athen aus nach Hause schwimmen, die deutschen Leichtathleten werden gefördert wie kaum eine andere Disziplin und rennen dennoch allen hinterher. Da läuft irgendwas schief.

"Das Leben der Sportler gleicht dem der Schweine. Es ist ausgefüllt mit Essen, Trinken, Schlafen, Verdauen und Wälzen in Staub und Kot" (Galen). Das sehen Sportler heute oft noch ähnlich, anders ist das verbindende Element einiger Größen, von denen wir uns in Athen verabschieden konnten, nicht zu erklären. Sie gehörten irgendwie immer zum Inventar deutscher Olympia-Seligkeit und man wird sie vermutlich nie wieder bei den Spielen sehen: Franziska van Almsick ("Hoffentlich ist die Scheiße bald vorbei"), Ronny Weller ("Ich bin zu alt für den Scheiß") und Lars Riedel ("Die Dopingkontrollen waren zu lange reiner Scheiß").

Die Tops und Flops


Tops

Birgit Fischer und die Kanuten: Auch ohne weitere Goldmedaille wäre Birgit Fischer Anerkennung für ihre großartige Karriere sicher gewesen, doch die Kanu-Legende schlug sogar nochmal zu. Fischer holte sich ihren achten Olympiasieg plus einmal Silber und rangiert auf Platz fünf der ewigen Olympia-Bestenliste. 13 von 17 gestarteten deutschen Kanuten gewannen mindestens eine Medaille.

Deutsche Hockey-Damen: In der Vorrunde gegen die Niederlande verloren, im Finale den Favoriten bezwungen. Mit der "Herberger- Taktik" holten sich die Hockey-Damen sensationell die Goldmedaille. Anschließend präsentierten sie sich auch abseits des Spielfelds beim Feiern als harmonierende Einheit und brachten mit sympathischem Auftreten ihre Randsportart zumindest kurz ins Rampenlicht.

Fabian Hambüchen: Der Turn-Professor turnte sich am Reck ins Finale und schwang sich auch ohne Medaille zu einem Sieger der Spiele auf. Seine lockere Art und ein paar pfiffige Sprüche brachten ihm jede Menge Sympathien und dem Turnsport neue Perspektiven. Das Kraftpaket hat Vermarktungspotenzial und sein sportliches Talent ist unbestritten.

China: Das Reich der Mitte hatten Deutschlands Sportfunktionäre als Konkurrenten um Platz drei in der Medaillenwertung ausgemacht, doch schon nach dem ersten Wochenende waren die Chinesen mit einem knappen Dutzend Goldmedaillen weit enteilt. Schon vier Jahre vor den Spielen in Peking kratzten die Asiaten sogar an der Vormachtstellung der USA. 2008 werden in jeder Hinsicht chinesische Spiele werden.

Security: Das erwartete Szenario war bedrückend, die Erinnerungen an die Winterspiele in Salt Lake City schlecht. Sicherheitskräfte mit Gewehren im Anschlag gab es auch in Athen, aber die Ordnungshüter hielten sich angenehm zurück, waren präsent aber nicht penetrant. Dank einer großen Portion griechischer Gelassenheit wurde das Thema Sicherheit schnell zur Nebensache.

Deutsche Handballer: Trotz der Final-Niederlage gegen Weltmeister Kroatien am Abschlusstag gehörten die Handballer zu den Gewinnern der Spiele. Nach zwei Niederlagen in der Vorrunde besiegten Kretzschmar und Co. ihr Trauma von Sydney und setzen sich diesmal im Viertelfinale gegen Spanien durch und sorgten in dem Siebenmeter-Krimi für den wohl spannendsten Olympia-Moment aus deutscher Sicht.

Iraks Fußballer: Eine Medaille blieb dem Ex-Team des deutschen Trainers Bernd Stange auf Platz vier zwar verwehrt, doch mit ihren überraschenden Siegen in der Vorrunde sorgten sie für Freudenfeuer auf den von Krieg und Gewalt geplagten Straßen Bagdads. Als George W. Bush versuchte, ihre Erfolge für seine Zwecke zu vereinnahmen, zeigten die Fußballer dem US-Präsidenten verbal die Rote Karte.

Michael Phelps: Den Rekord von Mark Spitz mit sieben Olympiasiegen konnte er nicht knacken. Mit sechs Gold- und zwei Bronzemedaillen stand er aber sogar einmal mehr auf dem Siegerpodest als der Schwimm-Held von München 1972. Dann zeigte Michael Phelps auch noch menschliche Größe und verzichtete für Ian Crocker auf den Einsatz im Staffel-Finale, damit der Kollege auch zum Gold-Team gehören konnte.

Flops

Die Schwimmer: Antje Buschschulte bekam das Wasser "nicht zu fassen", Franziska van Almsick fühlte sich beim Rennen ihres Lebens um die ersehnte Goldmedaille über 200 Meter Freistil schwach und leer. Erst zum Ende ihrer Wettkampfwoche kamen die Schwimmer langsam in Form - leider zu spät, um die in sie gesetzten Medaillenerwartungen erfüllen zu können.

Tim Lobinger und die Leichtathleten: Zu kurz gesprungen und geworfen, zu langsam gelaufen: Die deutschen Leichtathleten von Sprinterin Schielke bis Vize-Weltmeister Schultz enttäuschten. Die schlechteste Olympia-Bilanz seit 1912 mit zwei Mal Silber spricht für sich. Besonders bitter war der Absturz des hochgehandelten Rasta-Manns Tim Lobinger auf Platz elf im Stabhochsprung.

Dream Team: Die Basketball-Millionäre aus der NBA erlebten in Athen ihr Waterloo. Allen Iverson, Tim Duncan und Kollegen zerstörten den Nimbus der Unbesiegbarkeit und mussten sich mit Bronze begnügen. Nun werden sie nicht mit dem Dream Team I von 1992 um Magic Johnson und Michael Jordan verglichen, sondern mit den College-Boys, die 1988 in Seoul auch nur Dritte geworden waren.

Jan Ullrich: Nach Platz vier bei der Tour de France nahm er das olympische Motto wörtlich. Für ihn war dabei sein schon genug, die Spiele eher ein soziales denn ein sportliches Event. Platz 19 im Straßenrennen konnte noch mit den Gesetzen des Radsports erklärt werden, Rang sieben im Zeitfahren war für den großen Favoriten ein sportlicher Offenbarungseid.

Paragrafen-Reiter: Bettina Hoys Ritt um einen Orangenbaum löste ein olympisches Drama aus. Doch nicht nur die um Gold gebrachten deutschen Vielseitigkeitsreiter wurden Opfer von Paragrafen-Reiterei. Die Turn-Kampfrichter verwehrten Südkoreas Tae Young Yang zugunsten von Paul Hamm (USA) Mehrkampf-Gold, Stabhochspringer Danny Ecker wäre beinahe am schlechten Englisch der Kampfrichter gescheitert.

Griechische Zuschauer: Erst zeigten sie Olympia die kalte Schulter und blieben vielen Wettkämpfen fern. Dann pfiffen sie die 200-Meter-Sprinter gnadenlos aus, weil ihr im Dopingsumpf versackter Volksheld Kostas Kenteris nicht mehr mitlaufen durfte. Richtig Stimmung kam in den Stadien nur bei griechischen Erfolgen auf.

Marion Jones: Sie war vor vier Jahren mit drei Goldmedaillen die "Königin" der Spiele von Sydney, in Athen wurde sie nur noch zur traurigen Randfigur. Für die Einzelsprints nicht qualifiziert, im Weitsprung auf Platz fünf und beim Staffel-Aus mit fuchtelndem Stab in einer unrühmlichen Hauptrolle. Marion Jones konnte nach den Doping-Verdächtigungen gegen sie keine sportliche Antwort geben.

Doping: Kostas Kenteris, Irina Korschanenko, Robert Fazekas und ein knappes Dutzend Gewichtheber. Jeder Tag bei Olympia brachte einen neuen Dopingfall. Was von den Drogen-Fahndern mit Recht als Erfolg verkauft wird, wirft einen Schatten auf den Sport. Oft genug lief der Verdacht mit, wenn strahlende Sieger ins Ziel kamen. Der Kampf gegen Doping bleibt eine riesige Herausforderung.
 

31.08.04

Vor genau 100 Jahren

Heute vor genau 100 Jahren stellte Archie Hahn (USA) in St. Louis mit 21,6 sec einen Weltrekord über 200 m auf. 100 Jahre später bei den Olympischen Speilen in Athen 2004 geht der Sieg ebenfalls an einen Amerikaner Shawn Crawford mit 19,79 sec.

Was bedeuten eigentlich die Farben in der olympischen Flagge?

Im Allgemeinen wird angenommen, dass die fünf olympischen Ringe die fünf Kontinente und ihre Eintracht im olympischen Gedanken symbolisieren (diese Informationen finden Sie auch in diversen Lexika), das ist jedoch ursprünglich nicht ganz korrekt.

Die olympische Flagge wurde von Pierre de Coubertin konzipiert und erstmals bei den VII. Olympischen Spielen 1920 in Antwerpen verwendet. Ursprüngliche Absicht von de Coubertin war, dass in jeder Landesflagge der Erde eine der olympischen Farben vorkommen sollte. Und hierfür benötigte er insgesamt sechs Farben, also fünf Ringe und zusätzlich den weißen Hintergrund. De Coubertin hat daher auch nie eine Aussage darüber gemacht, welche Farbe welchen Kontinent symbolisiert, da keine Zuordnung existiert.

Die Reihenfolge der Farben ist jedoch festgelegt: Obere Reihe von links: blau, schwarz und rot; untere Reihe von links: gelb und grün. Die offizielle olympische Flagge ist auf weißem Hintergrund.
 

 
   

Stühlinger Online Anfang August 2004

Stühlinger Online Anfang Sept. 2004
   
 

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