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16.04.04 |
25.000 Dialer verboten
Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post hat
die Registrierung von 25 000 Dialern widerrufen. Die Programme hätten
die Regeln für Sonderrufnummern nicht eingehalten, hieß
es. Betroffene Kunden müssen Rechungen der Anbieter nicht bezahlen.
Das Verbot betrifft Dialer der Unternehmen Intexus, Global-Netcom
und Consul Info. Der Widerruf ist rückwirkend, teilte die Regulierungsbehörde
am Donnerstag in Bonn mit. Die Dialer gelten deshalb als niemals registriert.
Internetnutzer müssten daher für Verbindungen nicht bezahlen,
die über die Einwahlprogramme zustande gekommen sind.
Als Grund für die Rücknahme der Registrierung nannte die
Behörde das Fehlen einer so genannten Wegsurfsperre. Dadurch
würden Verbindungen zu teuren Mehrwertdienste-Rufnummern aufrechterhalten,
selbst wenn der Nutzer anschließend kostenfreie oder mit niedrigeren
Tarifen belegte Internetseiten besucht. Dies ist nach den von der
Behörde festgelegten Mindestanforderungen für Dialer aus
Gründen des Verbraucherschutzes nicht erlaubt.
Das im August 2003 in Kraft getretene "Gesetz zur Bekämpfung
des Missbrauchs von 0190er-/0900er-Mehrwertdiensterufnummern"
definiert feste Kriterien für Dialer. Das Einwahlprogramm muss
unter anderem bei der Regulierungsbehörde registriert sein und
Minuten- oder Einwahlpreise angeben. Als Gebühr darf es höchstens
zwei Euro pro Minute berechnen, zeitunabhängige Tarife dürfen
maximal 30 Euro betragen. Der Download des Dialers muss klar erkennbar
sein, und der Nutzer muss die Aktivierung und Verbindungserstellung
explizit bestätigen.
Anwender können über die Dialer-Datenbank
der Behörde überprüfen, ob von ihnen eingesetzte Dialer
registriert sind. Erfüllt ein Dialer die Anforderungen nicht,
braucht der Nutzer die Rechnung nicht zu bezahlen. Wenn ein Verbraucher
einen registrierten Dialer für betrügerisch hält, kann
er Beschwerde bei der Behörde einlegen.
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17.04.04 |
April,
April, der macht was er will
dürfte wohl die bekannteste
aller Bauernregeln sein. Und genießt ihren Ruhm mit Recht, beschreibt
sie doch das April-Wetter sehr gut: Einmal klettern die Temperaturen
auf sommerliche 20 Grad, ein paar Tage später wird es schon wieder
eisig kalt und es fällt sogar Schnee.
Der Grund ist die Umstellung des Wetters von Winter auf Sommer, die
unterschiedliche Erwärmung von Wasser und Land. Während
die Landmasse des Kontinents durch die April-Sonne schon recht stark
aufgeheizt wird, sind das Wasser der Meere und die Polargebiete noch
winterlich kalt. Je nach Richtung der Luftströmung setzt sich
dann kalte oder warme Luft durch.
Durch die großen Temperaturunterschiede von Land und Wasser
können sich auch keine Hochs und Tiefs stabil halten, das Wetter
wechselt schneller als im Winter oder Sommer.
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18.04.04 |
Marktforschung:
Sparfüchse sind älter
Trotz optimistischer Konjunkturprognosen hält die Konsumzurückhaltung
unter den Verbrauchern an. Sie wirkt sich wie eine negative Spirale
aus, die dazu beiträgt, dass die Wirtschaft, wenn überhaupt,
nur ganz langsam in Schwung kommt, berichtet das Institut für
Demoskopie Allensbach.
Deutlich mehr als jeder zweite aus der Bevölkerung (55 %) macht
sich Sorgen, wie es weitergeht. Die meisten Menschen denken deshalb
heute sehr viel sorgfältiger über ihre Ausgaben nach, als
das noch vor Jahren der Fall war. Während der Einzelhandel in
den vergangenen Jahren Umsatzeinbußen hinnehmen musste, haben
die Discounter davon profitiert, dass die große Mehrheit (72
%) nahezu überall die Preise vergleicht.
Die Verbraucher sparen im großen Stil: Seltener essen
gehen und weniger Geld für Kleidung ausgeben gehören
für knapp 60 % zu den einschlägigen Maßnahmen. Jeder
zweite schiebt größere Anschaffungen hinaus wie beispielsweise
die Anschaffung eines Pkws, einer Immobilie oder von Einrichtungsgegenständen.
Des Weiteren wird gespart beim Telefonieren (47 %) und bei Urlaubreisen
(45 %). Nach Alter differenziert zeigt sich, dass die Jüngeren
weniger Lust haben, ständig aufs Geld zu achten (unter 30-Jährige:
59 %). Von denen die über 30 Jahre alt sind, bejahen dies indes
über 70 %. Das Ausgehen einschränken mag die
Mehrheit der Jüngeren ebenfalls nicht. Von den Erwachsenen im
Alter zwischen Dreißig und Sechzig jedoch sagt das jeder zweite.
Teilgenommen an der Befragung im Zeitraum vom 30. Januar bis 10. Februar
2004 haben insgesamt 2114 Personen ab 16 Jahren.
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19.04.04 |
Kinder
finden mit Bluetooth
Der
Alptraum jedes Erziehungsberechtigten: Der unmündige Nachwuchs
erlag auf dem Rummelplatz den Verlockungen des Schaustellergewerbes
und hat sich unauffindbar verdünnisiert. Derlei Ungemach beugt
das BTBT004-Armband der dänischen Firma BlueTags vor, das dieser
Tage in den riesigen Tivoli Gardens mit dem so genannten "Child
Spotter Service" eingeführt wurde. Eltern können
ihre Kinder bei Betreten des Kopenhagener Vergnügungsparks
registrieren und erhalten leihweise ein Bluetags-Armband für
jeden Knirps.
Hat
sich das Kind verlaufen und möchte seine Eltern wiedersehen,
genügt ein Knopfdruck auf das Armband, und die Eltern erhalten
eine SMS mit den Koordinaten des Sprösslings zugeschickt; ebenso
lässt sich per SMS der Aufenthaltsort des Kindes bestimmen.
Das System arbeitet mit einer Vielzahl von vernetzten Bluetooth-Nodes,
die den gesamten Park abdecken. Das System sei auch für Gruppen
interessant, die sich trennen und jederzeit wiederfinden wollen,
so der Hersteller.
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20.04.04 |
Update
für das Morse-Alphabet
Das
Morse-Alphabet erhält ein neues Zeichen: .--.-. steht ab Mai
für das @-Zeichen. Wie die New York Times berichtet, hat die
International Telecom Union (ITU) dieses Update anlässlich
des 160-Jahre-Jubiläums des aus nur vier Arten von Signalen
(Lang, Kurz, lange Pause, kurze Pause) bestehenden Codes beschlossen.
Es dürfte sich um die erste Aktualisierung seit mindestens
60 Jahren handeln. Bislang hatten sich Morsende des Wortes "at"
bedient -- möglicherweise werden sie es auch weiterhin tun,
da "at" mit 11 Takten deutlich kürzer ist als "@"
mit 17.
Als
Geburtsstunde des Morse-Codes gilt der 24. Mai 1844. 1832 hatte
Samuel Finlay Breese Morse seine ersten Entwürfe für einen
Telegraphen mit elektro-magnetischem Speicher fertig gestellt, 1837
folgte die erste öffentliche Demonstration. In der Folge erhielt
Morse, von Beruf eigentlich Maler, ein US-Patent. In Europa suchte
er hingegen vergeblich um den Schutz seiner Erfindung an. Sein Antrag
auf finanzielle Unterstützung für einen Großversuch
wurde schließlich 1843 bewilligt. Am 24. Mai des Folgejahres
schließlich übermittelte Morse mit seinem Telegraphen
und dem ebenfalls von ihm entwickelten Code Botschaften über
zirka 60 Kilometer, von Washington, D.C., nach Baltimore. In der
Folge entwickelte sich der robuste Morse-Code nicht nur im militärischen
und marinen Bereich zum erfolgreichen Kommunikations-standard --
neudeutsch würde man wohl "Killer-Applikation" sagen.
Erst
vor Kurzem hat die ITU ihren 189 Mitgliedsstaaten anheim gestellt,
ob sie ein Morse-Zeugnis weiterhin als eine Voraussetzung für
die Erteilung einer Amateurfunklizenz vorsehen. Am 1. Februar 1999
wurden auch die letzten Seefahrer mit Schiffen über 300 Bruttoregistertonnen
zum Umstieg auf Satelliten-Notrufe bewegt: Die Morse-kompatiblen
SOS-Empfangsstationen stellten ihren Dienst ein.
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21.04.04 |
Zum
Nachdenken
Ein Augenblick, wo das Herz genießt, wiegt Stunden auf,
wo der Körper schwelgt. August
von Kotzenbue
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22.04.04 |
Engländer
erzielt schnellstes Tor der Geschichte
Amateurkicker
Marc Burrow, 25, darf sich fortan rühmen, den schnellsten Treffer
aller Zeiten erzielt zu haben. Ganze 2,5 Sekunden nach Anpfiff der
Partie Cowes Sports Reserves gegen Eastleigh Reserves landete sein
Schuss im Netz des Gegners. Eine südenglische Windböe
machte das Rekordtor möglich.
London - Nach Eingang des Spielberichts von Schiedsrichter John
Sorrell erklärte der englischen Fußball-Verbandes (FA)
heute Burrows Treffer zum schnellsten Tor der Fußball-Geschichte.
Burrow hatte in einem Non-League-Match seiner Cowes Sport Reserves
gegen Eastleigh Reserves am 3. April nur 2,5 Sekunden nach dem Anpfiff
ins Tor getroffen. "Wir können nunmehr feststellen, dass
das Tor von Marc das schnellste ist, das wir kennen", erklärte
die FA.
Nach
Einschätzung von Referee und Verband wurde der Blitztreffer
durch eine äußerst starke Windböe ermöglicht.
"Ich war selbst so überrascht, dass ich überhaupt
nicht richtig gefeiert habe", sagte Burrows, "ich habe
lediglich meine Hand in die Luft gestreckt und gelacht."
Burrows,
der in dem von Cowes mit 5:3 gewonnenen Spiel auch einen Hattrick
erzielt hatte, will sein Tor nun zur Eintragung ins Guinness-Buch
der Rekorde anmelden. Das Buch führt bisher den Argentinier
Ricardo Olivera als schnellsten Torschützen der Welt. Er hatte
am 26. Dezember 1998 für seinen Club Rio Negro im Spiel gegen
Soriano nach 2,8 Sekunden getroffen.
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23.04.04 |
Welttag
des Buches
1995 hatte die UNESCO den 23. April, der auch Todestag von William
Shakespeare und Miguel de Cervantes ist, zum weltweiten Gedenktag
ausgerufen. Ursprung der Feier ist jedoch eigentlich eine alte katalanische
Tradition: Zum Namenstag des Volksheiligen Sant Jordi (Sankt Georg)
schenken sich die Menschen in der Region um Barcelona Rosen und seit
1923 auch Bücher.
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24.04.04
25.04.04 |
Zehn
Jahre .de-Registry DeNIC
Vor zehn Jahren kannten es nur Eingeweihte, heute ist es selbstverständliches
Kommunikationsmittel für fast jedermann: das Web. Wer in Deutschland
eine eigene Homepage hat, schmückt sie meist mit der Endung .de.
Verwaltet werden diese Adressen vom DE Network Information Center
(DeNIC) in Frankfurt, das am Donnerstag sein zehnjähriges Bestehen
feiert. Mit der erstmaligen Zulassung von Umlauten in Internet- Adressen
hat der Andrang auf Anmeldungen bei der DeNIC im vergangenen Monat
einen neuen Höhepunkt erreicht.
Rund
7,5 Millionen .de-Domains gibt es inzwischen, die von 80 Mitarbeitern
verwaltet werden. Nach der international gebräuchlichen Endung
.com ist die Domain .de im Netz am zweitbeliebtesten und damit das
häufigste echte Kürzel für eine Länderdomain
(country code Top Level Domain, ccTLD) -- ein Erfolg, an dem auch
die DeNIC mitgewirkt hat. Günstig wirkt sich dabei aus, dass
in Ländern wie den USA (.us) und Frankreich (.fr) eigene Kürzel
weniger häufig als die Endung .com verwendet werden.
Der
März brachte fast auf einen Schlag 300. 000 neue .de-Domains
in Umlauf. Davon sind laut Herzig rund 200.000 in die neue Sonderzeichen-Kategorie
einzuordnen. Registrierungs-Rekordmonat war zuvor der März vor
vier Jahren gewesen. Damals, in der Hochphase des Internet-Booms,
wurden 240.000 neue .de-Domains angemeldet. Ein normaler Monat bringt
immerhin gut 100.000 neue .de-Domains.
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26.04.04
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50
Jahre Solarzelle
Als die US-amerikanischen Bell-Labs vor 50 Jahren die erste Solarzelle
öffentlich präsentierten, galt diese "Sonnenbatterie"
vielen noch als Kuriosum. Lediglich sechs % des Sonnenlichts
wandelte die neue Siliziumzelle in Strom um. Damit hatten ihre Entwickler
Daryl Chapin, Calvin Fuller und Gerald Pearson die Leistung aller
anderen photoelektrischen Elemente zwar deutlich übertroffen,
wie die Bell-Labs am 25. April 1954 in einer Mitteilung in New York
betonten.
Abgesehen von ein paar Modellversuchen führte die Solarzelle
zunächst jedoch ein Schattendasein. "Erst die Raumfahrt
und dann die Ölkrise bescherten der Technik ein breites Interesse",
sagt Gerhard Willeke, Abteilungsleiter Solarzellen am Fraunhofer-Institut
für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg.
Mittlerweile
hat sich die Solarzelle vom Öko-Liebling sogar zu einer vielversprechenden
Geldanlage gemausert. Die Solartechnik boomt seit Jahren mit Zuwachsraten
von bis zu 30 %, die mittlere Stromausbeute der Module liegt inzwischen
bei 14 %. Im August soll nun bei Leipzig das grösste Solarkraftwerk
der Welt in Betrieb gehen. 33 500 Module addieren sich zu einer Nennleistung
von fünf Megawatt und sollen nach Angaben von Shell Solar genug
Strom für rund 1800 Haushalte liefern. Finanziert wird das 21
Hektar grosse und 22 Millionen Euro teure Kraftwerk über einen
Anlagefonds. "Wir rechnen mit einer Anfangsausschüttung
von sechs % im Jahr", erläutert der Geschäftsführer
der Berliner Gesellschaft für Solarenergie Geosol, Gero Hollmann.
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27.04.04
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Wirtschaftsforscher
revidieren ihre Prognose
In
ihrem neuen Gutachten korrigieren die sechs führenden Wirtschaftsfor-schungsinstitute
ihre Wachstumsprognose nach unten. Hatten sie im Herbst noch 1,7
% prophezeit, rechnen die Experten jetzt allenfalls noch mit 1,4
bis 1,5 %. Immerhin: Die Zahl der Arbeitslosen soll - geringfügig
- sinken.
Die Institute legen das Gutachten heute in Berlin vor. Die Wissenschaftler
schätzen auch die allgemeine Entwicklung der Weltwirtschaft
ein. Beteiligt
sind die Institute Berlin, München, Hamburg, Kiel, Essen und
Halle.
Für
das laufende Jahr halten sie nur noch einen Zuwachs des Bruttoinlands-produkts
(BIP) zwischen 1,4 und 1,5 % für realistisch. Für das
nächste Jahr erwarten die Institute eine Zunahme des BIP von
ebenfalls unter 2 %.
Nach Überzeugung von Peter Bofinger, Mitglied im Sachverständigenrat
zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, wird Deutschland
nur mit einer nachhaltigen Stärkung der Binnennachfrage in
den nächsten Jahren ein Wachstum von 1,5 bis 2,0 % erreichen.
Bofinger sagte den "Nürnberger Nachrichten", eine
zentrale Rolle komme dabei dem Staat zu, der mit einer Verstetigung
der öffentlichen Etats und einem jährlichen Ausgabenzuwachs
von ein bis zwei % die Binnennachfrage stabilisieren sollte - auch
auf Kosten einer vorübergehend höheren Verschuldung. Die
Sparpolitik der öffentlichen Hand halte er für den falschen
Weg.
Einem
Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge erwarten
die Wirtschaftsforschungsinstitute zudem, dass Deutschland mit seinem
Haushaltsdefizit auch im kommenden Jahr über der im EU-Vertrag
festgelegten Grenze von drei % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegt.
Demnach sagen die Institute in ihrem Frühjahrsgutachten für
2005 einen Fehlbetrag von 3,5 % des BIP voraus. Zudem werde erwartet,
dass die Zahl der Arbeitslosen in diesem Jahr erstmals seit 2001
wieder sinken wird, schreibt die Zeitung weiter. Sie gehe von 4,376
Millionen 2003 auf 4,332 Millionen 2004 zurück. Im kommenden
Jahr soll sie weiter auf 4,276 Millionen sinken.
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28.04.04 |
Südafrika
feiert zehn Jahre Demokratie
In Südafrikas Hauptstadt Pretoria haben die Feiern zum 10. Jahrestag
der ersten demokratischen Wahl begonnen. Der Tag markiert auch das
Ende der Apartheid. Aus den Wahlen 1994 war der Afrikanische Nationalkongress
(ANC) als Sieger hervorgegangen. Dies hatte den Weg geebnet für
Nelson Mandela, der schließlich der erste schwarze Präsident
wurde.
Zu Beginn der Feierlichkeiten legte Mandelas Nachfolger Thabo Mbeki
seinen Eid für eine zweite Amtszeit ab. Bei den Parlamentswahlen
vor gut zwei Wochen hatte der ANC beinahe 70 Prozent der Stimmen
auf sich vereinigt. Rund 50 überwiegend afrikanische Staats-
und Regierungschefs nahmen an der Zeremonie teil, unter ihnen auch
Simbabwes umstrittener Staatschef Robert Mugabe und der nigerianische
Präsident Olusegun Obasanjo.
Zur zentralen Veranstaltung in der Hauptstadt Pretoria werden rund
45.000 Zuschauer erwartet. Die Feier findet unter strengen Sicherheitsvorkehrungen
statt. Der Luftraum über Pretoria ist ebenso gesperrt wie große
Teile der Innenstadt. Neben Paraden, Tanzeinlagen, Gebeten und kurzen
Theaterstücken sind mehrere Konzerte geplant.
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29.04.04 |
Vögel
übertönen den Stadtlärm
Der
Lärm der Großstadt zwingt Singvögel zu wahren Kraftakten:
Um die Geräuschkulisse zu übertönen, trällert
das Federvieh aus voller Brust - viel lauter als die Artgenossen
auf dem Lande.
Eine Analyse des morgendlichen Gesangs männlicher Nachtigallen
brachte es an den Tag: Die Vögel versuchen mit aller Kraft,
gegen den Lärm um sie herum anzusingen, fand der Verhaltensbiologe
Henrik Brumm von der Freien Universität Berlin heraus. Die
Tiere zwitschern demnach umso kraftvoller, je intensiver der Umweltlärm
in ihren Territorien ist.
In
der Nähe von stark befahrenen Straßen oder Eisenbahntrassen
singen sie bis zu 14 Dezibel lauter als Tiere in Gebieten mit weniger
Lärm, so Brumm. Allerdings sind den Gesangsfähigkeiten
der Nachtigallen dabei Grenzen gesetzt. Wird es zu laut um sie herum,
können die Tiere den Lärm nicht mehr übertönen.
Da
die Vögel mit ihrem Gesang Weibchen anlocken und gleichzeitig
ihr Territorium gegen männliche Rivalen verteidigen, müssen
sie den Beeinträchtigungen durch Lärm entgegenwirken,
erläutert Brumm. Dabei haben sich die Tiere erstaunlich gut
daran angepasst, dass der Lärmpegel in der Umwelt großen
Schwankungen unterliegen kann: Wenn der Lärm auf den Straßen
samstags und sonntags wegen des fehlenden Berufsverkehrs geringer
ist, singen auch die Vögel wieder deutlich leiser.
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30.04.04 |
Alles
neu - macht der Mai
Am 1. Mai 2004 tritt die EU-Erweiterung in Kraft. Die Europäische
Union wächst nach Osten und Süden, der Kontinent rückt
noch enger zusammen. Aber wer sind eigentlich die neuen Mitgliedstaaten?
Und was ändert sich für uns als Bürger der EU? Hier
ein Überblick über die wichtigsten Neuerungen:
Zehn
neue Mitglieder
Die
jetzige Europäische Union hat 15 Mitgliedstaaten, in denen
373 Millionen Unionsbürger leben. Am 1.5.2004 treten zehn neue
Länder der Europäischen Union bei, die meisten davon in
Mittel- und Osteuropa. Dadurch vergößert sich die Zahl
ihrer Einwohner um rund 75 Millionen Menschen. Die neue EU wird
also aus 25 Mitgliedsstaaten bestehen und 448 Millionen Einwohner
zählen.
Die neuen EU-Staaten (Land, Fläche Bevölkerung Hauptstadt):
Estland, 45 227 km² 1,4 Mio. Tallinn
Lettland, 64 589 km² 2,4 Mio. Riga
Litauen, 65 200 km² 3,7 Mio. Vilnius
Polen, 312 685 km² 38,6 Mio. Warschau
Tschechien, 78 860 km² 10,3 Mio. Prag
Slowakei, 49 035 km² 5,4 Mio Bratislava (Pressburg)
Ungarn, 93 029 km² 9,9 Mio. Budapest
Slowenien, 20256 km² 2,0 Mio. Ljubljana (Laibach)
Malta, 316 km² 386 000 Valletta
Zypern, 9251 km² 790 000 Nikosia
Reisen ohne Grenzen?
Die
EU wird größer - das heißt aber nicht, dass damit
auch die Schlagbäume an den Grenzen der neuen Mitgliedstaaten
fallen. So werden z.B. an der deutsch-tschechischen und deutsch-polnischen
Grenze weiterhin Ausweiskontrollen stattfinden. Trotzdem gibt es
eine große Verbesserung: Theoretisch genügt ab dem 1.
Mai 2004 für die Einreise in alle EU-Staaten der Personalausweis.
In der Vergangenheit war hier vielfach ein gültiger Reisepass
erforderlich. Allerdings werden nicht alle Neumitglieder diese Bestimmung
auch wirklich schon zum Beitrittstermin umsetzen. So wird z.B. die
Einreise nach Lettland zunächst auch weiterhin nur mit einem
noch mindestens drei Monate gültigen Reisepass möglich
sein.
Ob
die Personenkontrollen ganz abgeschafft werden, entscheidet die
EU erst zu einem späteren Zeitpunkt. Geschehen wird dies nur,
wenn die EU-Außengrenzen ausreichend gesichert sind. Erst
dann können die neuen Mitgliedstaaten alle Bestimmungen des
Schengener Abkommens übernehmen und somit die Grenzkontrollen
entfallen.
Shoppen
ohne Zoll
Zollkontrollen
an den Grenzen zwischen alten und neuen EU-Ländern wird es
ab dem 1. Mai 2004 nicht mehr geben - schließlich herrscht
dann ein gemeinsamer Binnenmarkt zwischen allen Mitgliedstaaten.
Beschränkungen und Übergangsfristen gelten aber weiterhin
vor allem für die Einfuhr von Tabakwaren aus den Beitrittsländern;
nur Zypern und Malta sind hiervon ausgenommen. So dürfen aus
den neuen EU-Staaten nur 200 Zigaretten oder 400 Zigarillos oder
200 Zigarren oder 1000 Gramm Rauchtabak eingeführt werden,
für Tschechien und Estland gelten sogar noch niedrigere Mengen.
Zur Überwachung dieser Bestimmungen wird es sogenannte "mobile
Kontrollgruppen" des Zolls geben. Durch stichprobenartige Kontrollen
im Grenzgebiet sowie an den Autobahnen soll so Schmuggel unterbunden
werden.
Arbeitsmarkt
Europa
Prinzipiell
haben Bürger der Europäischen Union das Recht überall
in der EU zu leben und zu arbeiten. Für die Bürger der
neuen EU-Staaten - mit Ausnahme derer Maltas und Zypern - gilt dieses
Recht aber zunächst nur eingeschränkt. Die alten EU-Länder
müssen nämlich ihre Arbeitsmärkte erst nach einer
Übergangsfrist von sieben Jahren komplett für Arbeitswillige
aus
den Beitrittsländern öffnen. Bis dahin können sie
die Zuwanderung von Arbeitskräften durch eine mehr oder weniger
restriktive Vergabe von Arbeitserlaubnissen begrenzen. Diese Regelung
wird von der EU-Kommission nach zwei Jahren überprüft
und kann auf Wunsch eines alten EU-Landes bis zu zweimal verlängert
werden. Keinen Gebrauch von den Übergangsfristen machen lediglich
Großbritannien und Irland, die ihre Arbeitsmärkte sofort
für die EU-Neubürger öffnen.
Auch
die Beitrittsländer haben das Recht, den Zugang zu ihren Arbeitsmärkten
übergangsweise zu beschränken. So erwägen z.B. Polen,
die Tschechische Republik, die Slowakei, Ungarn und Slowenien Einschränkungen
der Frei-zügigkeit für Arbeitnehmer aus denjenigen alten
EU-Ländern, die ihrerseits Übergangsregelungen für
EU-Neubürger beschlossen haben.
Euro
statt Zloty?
Der
Euro wird in den Beitrittsländern zunächst nicht eingeführt,
bezahlt wird weiter mit Zloty, Forint & Co. Um die Gemeinschaftswährung
übernehmen zu können, müssen die Newcomer erst die
im Vertrag von Maastricht festgelegen Stabilitätskriterien
erfüllen. Dazu gehört auch, dass sie zunächst für
mindestens zwei Jahre ihre Währung mit einem fixen Wechselkurs
an den Euro binden müssen.
Ein
Häuschen am Plattensee...
Grundsätzlich
darf jeder Unionsbürger in jedem anderen EU-Staat seinen Wohnsitz
nehmen und zu diesem Zweck auch Immobilien erwerben, sofern er dort
beruflich tätig ist. Allerdings ist umstritten, ob dieses Recht
der freien Wohnsitzwahl auch für Zweitwohnsitze gilt. In jedem
Fall wird es hier in einigen Beitrittsländern längere
Übergangsfristen und Sonderregelungen geben. So unterliegt
der Erwerb von Grund und Boden in Tschechien, der Slowakei und Ungarn
sieben Jahre und in Polen zwölf Jahre lang Beschränkungen.
Der Erwerb einer Zweitwohnung ist in Polen, Tschechien, Ungarn und
Malta fünf Jahre lang nur eingeschränkt möglich.
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